Lange war psychische Gesundheit nicht definiert – denn wie soll man etwas messen, das nur die Abwesenheit von Krankheitssymptomen ist? Diese sechs Faktoren sollen künftig dabei helfen.
Für Jahrzehnte galt „mental wellbeing“ als vielgenutzter, aber uneinheitlich definierter Begriff in der Psychiatrie und öffentlichen Gesundheit. Das könnte eine internationale Studie unter Leitung der University of Adelaide und Be Well Co nun ändern. Erstmals liegt eine international abgestimmte Taxonomie positiver psychischer Gesundheit vor: 122 Expertengutachten aus 11 Disziplinen führten zu 19 Dimensionen und sechs nahezu unumstrittenen Kernfaktoren – publiziert in Nature Mental Health.
Die Studie identifizierte sechs Faktoren, die für positive psychische Gesundheit als wesentlich gelten:
Die Autorenschaft betont, dass positive psychische Gesundheit nicht mit dem Fehlen psychischer Erkrankung gleichzusetzen ist: Menschen können demnach psychisches Wohlbefinden erleben, auch wenn sie mit einer psychischen Erkrankung leben. Weiter wurden Faktoren wie körperliche Gesundheit, Einkommen, Wohnsituation, Bewältigungsstrategien und die spirituelle Einstellung nicht als definitorische Bestandteile positiver psychischer Gesundheit eingestuft, sondern als wichtige Treiber davon.
Die Studienautoren sehen in der Einigung eine Grundlage für Messung, Förderung und politische wie betriebliche Umsetzung: „Mit der These, dass psychische Gesundheit nicht nur ein singuläres Gefühl ist, sondern eine Kombination aus unserem Befinden, unserer Leistungsfähigkeit und unseren zwischenmenschlichen Beziehungen, bringt die Studie dringend benötigte Klarheit in dieses Forschungsgebiet.“
Der Autor Iasiello ergänzt: „Bei positiver psychischer Gesundheit geht es nicht darum, dass es uns permanent gut geht,“ und weiter: „Es geht darum, eine Kombination aus emotionalem Wohlbefinden, psychischer Funktionsfähigkeit und sozialen Beziehungen zu haben, die einem hilft, ein sinnvolles und bewältigbares Leben zu führen, auch wenn es mal schwierig wird.“
Die Autoren verstehen diese erste einheitliche Definition als mögliche Basis, um Messinstrumente, Präventions- und Interventionsangebote sowie politische Strategien zu vereinheitlichen und zielgerichteter zu gestalten.
Dieser Artikel basiert auf einer Pressemitteilung. Wir haben sie euch hier und im Artikel verlinkt.
Bildquelle: Nick Seagrave, Unsplash