Was unser Blut über unser Gehirn verrät
„Du bist, was du isst“ ist ein Sprichwort, das spätestens im Hype um die Mikrobiom-Forschung zunehmend an wissenschaftlicher Bedeutung gewonnen hat. Nun haben britische Forscher untersucht, ob sich anhand von Blut- und Stuhlproben Unterschiede zwischen gesunden Menschen, Personen mit subjektiven Gedächtnisproblemen und solchen mit leichter kognitiver Beeinträchtigung als mögliche Vorstufe von Demenz erkennen lassen. Dafür analysierten sie die Proben von 150 Teilnehmern im Alter von 50 Jahren und älter. Mittels hochsensitiver Analyseverfahren wurden 33 Metabolite identifiziert, die sowohl aus Stoffwechselprozessen von Darmbakterien als auch der Ernährung stammten. Computergestützte Modellierung und KI-basiertes Machine Learning erkannten dabei Muster in den Datensätzen: Bereits subjektiv empfundene, leichte kognitiven Veränderungen spiegelten sich nachweislich in der Zusammensetzung der Darmbakterien und den im Blut zirkulierenden Metaboliten wider. Auf Basis von sechs identifizierten Metaboliten konnten die Teilnehmer den drei Gruppen mit einer Genauigkeit von 79 % zugeordnet werden. Zudem zeigten sich enge Zusammenhänge zwischen den chemischen Veränderungen im Blut und der Zusammensetzung der Darmbakterien. Die Studie liefert Hinweise darauf, dass sich aus Ernährungs- und Mikrobiomdaten künftig ein einfacher, nicht-invasiver Bluttest entwickeln lassen könnte. Dieser könnte das Risiko für Demenz schon Jahre vor einer Diagnose erkennen. |