Was mich wie im jeden Herbst/Winter/frühes Frühjahr auf die Palme bringt
sind Kostenvoranschläge für Hilfsmittel z. B. für Kleinkinder/Säuglinge. Wie in jedem Jahr gibt es Viren, die für obstruktive Atemwegserkrankungen bei den Kindern sorgen. Und schwupps wieder eine Familie in der Apotheke, Augenringe bei Eltern und Kind wegen schlechter Nächten, da Husten, Fieber, laufende Nase etc.
Der Kinderarzt hat das Kind untersucht und außer Salbutamol-Dosieraerosol eine Inhalationshilfe verordnet oder der Arzt weiß, dass die Kinderklinik, die etwa 1 km Luftlinie von uns entfernt ist, ab Mitte Oktober überbelegt ist und verordnet einen Pariboy, damit das Kind nicht in die Klinik muss.
In der Apotheke muss bei einigen Krankenkassen zu den Inhaltionshilfen/-geräten erst ein Kostenvoranschlag gestellt werden. Warum eigentlich?
Wer von den Sachbearbeitern will auf welcher Grundlage entscheiden, ob dieses Kind das Hilfsmittel bekommen soll. War er etwa bei der Untersuchung durch den Arzt anwesend, hat er eine medizinische Ausbildung oder warum?
Es muss reichen, dass ein Arzt die Notwendigkeit feststellt. Ein medizinisches Urteil vom Fachmann muss ausreichen und basta, besonders dann, wenn die Genehmigung erst zwei Tage später durch die Kasse eintrudelt. Diese muss sich nämlich nicht an Dringlichkeit orientieren, sondern "arbeitet alles so ab, wie es reinkommt".
Und weil müde Eltern und Kinder nicht genug Lobby in Deutschland haben, müssen wir Apotheken hier die Quadratur des Kreises erfinden. Natürlich versorgen wir die Familien vor den zwei Tagen, aber müssen diesen Kassenquatsch immer erklären. Und für was? Bringt niemandem etwas außer Ärger(höchstens der Kassenmitarbeiter freut sich über einen easy nine to five Job, denn samstags muss er ja nicht kommen, da werden auch keine Kinder krank!)
Also bitte, die Ärzte werden über Regresse kontrolliert und Vergleiche mit dem durchschnittlichen Niveau an Verordnungen von Hilfsmitteln, diese Kontrolle der Kostenvoranschläge muss weg, denn sie ist sinnlos oder ABM für Krankenkassen.