Das Ovarialkarzinom (OC) ist eine maligne Neoplasie, die aus den Geweben des Ovars hervorgeht und potenziell alle Schichten des Eierstocks betreffen kann. Die Ovarien selbst liegen links und rechts im kleinen Becken der Frau. Ovarialkarzinome bilden eine heterogene Gruppe und lassen sich in drei Haupttypen von Ovarialtumoren unterteilen: Epitheliale Tumoren entstehen aus der obersten Zellschicht des Eierstocks und machen etwa 90 % aller Fälle aus. Zu dieser Gruppe gehören auch die sogenannten Borderline-Tumoren, die sich nicht eindeutig als gut- oder bösartig einordnen lassen. Keimstrangstromatumoren treten deutlich seltener auf und entwickeln sich aus dem stützenden Gewebe des Eierstocks. Keimzelltumoren entstehen aus den Eizellen selbst und betreffen vor allem Kinder und junge Frauen. Diese Tumorform ist insgesamt sehr selten.1
Das Staging der Ovarialkarzinome erfolgt auf Basis einer Gewebsentnahme. Zur Einteilung werden zwei international gebräuchliche Systeme verwendet: die TNM-Klassifikation (Größe des Tumors [T], Befall der Lymphknoten [N], Fernmetastasen [M]), die die Größe und Ausdehnung des Primärtumors, den Befall von Lymphknoten und das Vorliegen von Fernmetastasen beschreibt und die FIGO-Klassifikation der internationalen Fachgesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe, die speziell gynäkologische Tumoren nach ihrem Ausbreitungsgrad in vier Stadien (I–IV) unterteilt. Beim Ovarialkarzinom lassen sich die FIGO-Stadien noch weiter in Substadien (IA–IC, IIA–IIC, IIIA1–IIIC, IVA–IVB) differenzieren. Das Grading beschreibt unabhängig vom Stadium den Differenzierungsgrad der Tumorzellen und reicht von G1 (gut differenziert) bis G3 oder G4 (schlecht bzw. undifferenziert).3,5
Laut der WHO-Klassifikation von 2020 werden epitheliale Ovarialkarzinome weiter in verschiedene histologische Typen unterteilt: high-grade serös, low-grade serös, endometrioid, klarzellig, muzinös, sowie Karzinosarkome, undifferenzierte Karzinome, maligne Brennertumoren und die neu eingeführte Gruppe der Mesonephric-like Karzinome.3,5
Die Therapie des Ovarialkarzinoms richtet sich nach Tumorstadium, Histologie und dem Allgemeinzustand der Patientin und baut grundsätzlich auf drei Therapiesäulen auf:3,5-13
Erste Therapiesäule: Operation oder neoadjuvante Chemotherapie
Zweite Therapiesäule: Adjuvante Chemotherapie
Dritte Therapiesäule: Erhaltungstherapie
PARP‑Inhibitoren haben die Therapie des fortgeschrittenen und rezidivierten Ovarialkarzinoms innovativ verändert und gelten heute als wichtige zielgerichtete Erhaltungstherapie. Durch Hemmung der Poly‑ADP‑Ribose‑Polymerase (PARP) wird die Reparatur von DNA‑Einzelstrangbrüchen blockiert. In Tumorzellen mit bereits eingeschränkter Rekombinationsreparatur führt diese Kombination im Sinne einer synthetischen Letalität zur Akkumulation irreparabler DNA‑Schäden und schließlich zum selektiven Zelltod der Krebszellen.9
Die Prognose des Ovarialkarzinoms ist im Vergleich zu anderen gynäkologischen Malignomen ungünstig. Das relative 5‑Jahres-Überleben liegt über alle Stadien hinweg bei etwa 44 %.2
Der Einsatz von PARP-Inhibitoren als Monotherapie oder in Kombination mit Bevacizumab* sowie optimierte operative Techniken haben die Überlebenszeiten in den letzten Jahren deutlich verbessert, sodass dem Langzeitüberleben und der Betreuung von Patientinnen mit mehr als fünfjähriger Krankheitsdauer eine wachsende Bedeutung zukommt.4
Fußnote:
*Gilt nur für die Erhaltungstherapie in Kombination mit Olaparib.11
Abkürzungen:
BRCA1/2: BReast CAncer Gen 1 und 2CA-125: Krebsantigen 125HRD: homologe RekombinationsdefizienzOC: OvarialkarzinomPARP: Poly‑ADP‑Ribose‑Polymerase
Referenzen:
Bildquelle: ©2026 GlaxoSmithKline NP-DE-NRP-WCNT-250014 (03/2026)