Ich kann mich den ganzen Beiträgen zum Thema "Hilfsmittel in der Apotheke" nur anschließen ... Wir haben auch diverse Beispiele, u.a. eine Patientin, die seit Jahren eine Morphinpumpe hat - die Spritzen dafür, die sie viermal im Jahr verordnet bekommt, müssen wir auch jedes Mal genehmigen lassen - die kosten die KK 6€! Immerhin gibt es Kassen, die bis zu einem bestimmten Preis für Hilfsmittel auf eine Genehmigung verzichten - nur leider ist das eher die Ausnahme.Mittlerweile kriegen wir auch regelmäßig Rezepte vor der Abrechnung wieder, auf denen der Versorgungszeitraum fehlt - oder nicht genau genug draufsteht (?) - "Milchpumpe für 4 Wochen" reicht nicht (es ist ja auch unglaublich schwer, vom Ausstellungsdatum ausgehend den letzten Tag auszurechnen). Wir hatten auch schon Rezepte über Injektionszubehör (meistens für Morphin, also für die "finale" Therapie) für Patienten, die palliativ betreut wurden, bei denen der Versorgungszeitraum "fehlte" - da haben wir dann "bis Ende/Tod" draufgeschrieben, so makaber das auch sein mag - in der (vermutlich vergeblichen) Hoffnung, dass den KK vielleicht mal auffällt, wie absurd das alles ist.
Was mir sonst noch zu unnötiger Bürokratie bzw. Gängelung einfällt - es gibt immer noch Arztpraxen, bei denen irgendwelche "entscheidenden" Angaben im Praxisstempel fehlen (wie zum Beispiel der Vorname des Arztes oder die Facharztbezeichnung) - beim Hinweis kommt dann nicht selten als Antwort: "das hat uns noch keiner gesagt" oder "Sie sind die ersten, die darauf hinweisen" - schön, wenn die, deren "Fehler" wir ausbaden müssen (im Zweifel kein Geld von der KK), nicht mal wissen, was die aktuellen Vorgaben sind.
Und noch zum Thema Bürokratie und Digitalisierung: einige Krankenkassen sind mittlerweile dazu übergegangen, Anträge für Hilfsmittel o.Ä. nur noch elektronisch zu akzeptieren - oft über irgendwelche Portale von Drittanbietern, die dann natürlich extra Geld kosten.
Allerdings findet der Großteil der Kommunikation von KK mit uns immer noch postalisch statt - selbst wenn wir etwas per Email klären wollen, kommt die Antwort bzw. das nötige Dokument immer noch per Post.
Am sinnlosesten empfinde ich aber Briefe von der AOK, in denen mitgeteilt wird, dass sie Skonto von 0,01€ abziehen - da geben sie mehr Geld für Material und Porto aus als sie bekommen.
Es ist einfach schade, dass oft nicht das Wohl der Patienten im Vordergrund steht, sondern die korrekte Erfüllung von unnützen Vorgaben, die sich irgendjemand mal ausgedacht hat.