Das heilende Blut der Pädiater
Wer täglich hustenden Kindern in den Hals schaut, bekommt einiges an Viren ab. Genau diese Dauerexposition gegenüber Erregern wie dem respiratorischen Synzytial-Virus (RSV) oder dem humanen Metapneumovirus (hMPV) könnte Pädiater zu einer unerwarteten Ressource machen: zu Trägern hochwirksamer Antikörper gegen zwei der wichtigsten Erreger schwerer Atemwegsinfektionen bei Kleinkindern, älteren Menschen und Immunsupprimierten. Auf der Suche nach einer wirksamen Antikörpertherapie isolierte ein Forscherteam RSV-spezifische B-Zellen aus dem Blut von Kinderärzten und gewann daraus monoklonale Antikörper. Diese Antikörper wurden hinsichtlich ihrer Bindungseigenschaften charakterisiert. Dabei stellte das Team um Hui Zhai fest, dass drei Isolate im Mausmodell sowohl vor einer RSV- als auch vor einer hMPV-Infektion schützten – und das effektiver als bereits etablierte Antikörper. Ob sich der präklinisch beobachtete Schutz auch auf den Menschen übertragen lässt, müssen klinische Studien noch zeigen. Zwar stehen mittlerweile RSV-Impfstoffe zur Verfügung, diese aktive Immunisierung ist jedoch nicht für alle Risikogruppen gleichermaßen geeignet. |