Für das Jahr 2025 meldet UNICEF alarmierende Zahlen: Erstmals in der Geschichte hat Adipositas unter Kindern und Jugendlichen weltweit das Untergewicht überholt – ein deutlicher Hinweis darauf, wie sich Ernährungsprobleme in Richtung Übergewicht verschieben.1
Laut dem UNICEF-Ernährungsbericht Feeding Profit: How Food Environments are Failing Children betrifft dieser Trend vor allem Schulkinder im Alter von 5 bis 19 Jahren. Die Daten zeigen:
Insgesamt sind etwa 391 Millionen Kinder und Jugendliche weltweit übergewichtig, davon 188 Millionen adipös. Das entspricht weltweit etwa jedem zehnten Kind.1
Aber warum zeichnet sich dieser weltweite Wandel ab? UNICEF macht vor allem strukturelle Veränderungen in Ernährungsumgebungen verantwortlich:
Der UNICEF-Bericht betont, dass Übergewicht und Untergewicht längst nicht mehr strikt geographisch getrennt auftreten: Während Untergewicht in Teilen Subsahara-Afrikas und Südasien weiterhin ein ernstzunehmendes Problem darstellt, nimmt Übergewicht in fast allen Regionen der Welt zu. Selbst in Ländern mit traditionell niedrigem Einkommen steigt der Anteil übergewichtiger Kinder stark an.1
Ein weiteres zentrales Problem: Kinder mit Adipositas können gleichzeitig unterernährt sein – im Sinne von Mikronährstoffmangel. Das heißt, obwohl sie zu viele Kalorien zu sich nehmen, erhalten sie oft nicht ausreichend lebenswichtige Vitamine und Mineralstoffe, weil ihre Ernährung zu stark von ultra-verarbeiteten Lebensmitteln geprägt ist. Diese sogenannte „verborgene Unterernährung“ kann schwerwiegende Folgen für das Immun- und Hormonsystem, den Metabolismus, sowie das Gehirn haben.1,5,6
Die hohe Prävalenz von Übergewicht und Adipositas bei Kindern hat langfristige gesundheitliche Risiken zur Folge, darunter:1
Zudem können diese gesundheitlichen Auswirkungen erhebliche wirtschaftliche Kosten nach sich ziehen, da sie das Gesundheitssystem langfristig belasten und die Lebensqualität der Betroffenen beeinträchtigen.7,8
UNICEF fordert daher politische Maßnahmen, um gesündere Ernährungsumgebungen zu schaffen. Dazu gehören:1
UNICEF ruft die Regierungen als auch die Gesellschaft zu Maßnahmen auf; in einigen Ländern, wie in Mexiko,1 laufen bereits Initiativen für gesündere Ernährungsumfelder, ein globaler Kurswechsel steht jedoch noch aus.
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