Das Prinzip ist kontrollierte Zerstörung, die Folge eine „soziale Auszeit“. Doch das Ergebnis kann sich sehen lassen: glattere Haut, weniger Falten und flachere Narben. Für wen der Laser in Frage kommt – und welche Risiken mitgedacht werden müssen.
Der Wunsch nach straffer, makelloser Haut lässt Menschen gern alle erdenklichen Risiken vergessen – und zu radikalen Maßnahmen greifen. Eine härtere Methode, die jedoch spektakuläre Ergebnisse verspricht, ist die Anwendung von CO2-Lasern. Mit einer Wellenlänge von 10.600 nm trifft dabei Energie auf zerstörende Weise auf die Haut. Um Nebenwirkungen, Komplikationen und Schmerzen zu verringern, werden fraktionierte CO2-Laser eingesetzt, die die Haut nicht flächenhaft abtragen, sondern ihre Energie auf viele kleine Gewebsareale verteilen (fraktionieren). Das Ergebnis: Nadelstichartige Mikrowunden sind von gesunder, nicht durch Laserlicht beschädigter Haut umgeben.
Die Laserenergie wird vorwiegend vom Wasser im Gewebe absorbiert. Die Hitze denaturiert sofort vorhandenes Kollagen, dessen Fasern sich rasch zusammenziehen. Dieser Effekt strafft die Haut augenblicklich und ist hauptsächlich verantwortlich für die glättende Sofortwirkung. Die Hautverletzung setzt aber auch einen intensiven Heilungsprozess in Gang. In den folgenden Wochen bis Monaten wandeln Fibroblasten die lokalen Wachstumsfaktoren um und synthetisieren neues Kollagen und Elastin. So entsteht schrittweise ein dickeres, stabileres Bindegewebe, das die Haut langfristig erneuert. Frisches Kollagen, eine festere Dermis und sichtbar reduzierte Falten und Narben sind die erwünschten Folgen.
Im Bereich Anti-Aging und Hautverjüngung werden die Laser daher gerne eingesetzt, um Falten, feine Linien und Hauterschlaffung zu behandeln. Ein weiteres Anwendungsgebiet ist die Narbenkorrektur. Bei atrophen Aknenarben oder postoperativen Narben erreicht die fraktionierte Laserbehandlung oft eine deutliche Besserung. Da Kollagen gezielt umgebaut wird, füllt sich eingesunkene Haut allmählich wieder auf. Studien zeigen, dass oberflächliche Aknenarben zu 50 bis 89 % verbessert werden können, tiefe Narben zu etwa 25–50 %. Auch Verbrennungs- oder Operationsnarben sprechen häufig gut auf die Behandlung an. CO₂-Laser können zudem Pigmentflecken und ungleichmäßigen Teint reduzieren. Kombiniert mit anderen Verfahren wie etwa Gefäßlasern lassen sich Sonnenschäden, Altersflecken oder Grobporigkeit mildern. In der dermatologischen Praxis werden CO₂-Laser auch bei aktinischen Keratosen und einigen oberflächlichen Hauttumoren eingesetzt. Die Primärwirkung bleibt in all diesen Fällen dieselbe und besteht aus gezielter Gewebsverdampfung und nachfolgender Regeneration durch Kollagenneubildung.
Wichtig für Patienten ist, zu verstehen, dass der CO₂-Laser ein härteres – nämlich ein ablatives und zerstörendes – Verfahren ist. Er erzeugt bewusst eine Verletzung, um die Haut zur Regeneration zu zwingen. Ganz ohne Risiken und Nebenwirkungen funktioniert das nicht. Zum einen ist hier an Infektionen zu denken. Nach der Abtragung der Haut besteht ein Infektionsrisiko (Bakterien, Viren, Pilze). Eine antibiotische oder antivirale Prophylaxe ist bei umfangreicher Therapie oft unumgänglich. Zum anderen gibt es unerwünschte Erscheinungen, die auf die induzierte entzündliche Reaktion zurückgehen. Patienten sollten sich auf eine gesellschaftliche Ausfallzeit von ca. zwei Wochen einstellen.
Direkt nach der Behandlung schwellen die Areale an und zeigen eine ausgeprägte Rötung. Weiterhin ist zu beachten, dass sich die behandelte Hautschicht nach einigen Tagen wie bei einer tiefen Verletzung abschält. Dieses Abheilen ist ein normaler Teil des Heilungsprozesses, kann aber optisch stören. Sowohl Hyperpigmentierung als auch Hypopigmentierung sind weitere mögliche Nebenwirkungen und treten besonders häufig bei dunklen Hauttypen (Fitzpatrick IV–VI) auf. Hier ist das Risiko einer bleibenden Farbabweichung hoch. Die Leitlinie „Lasertherapie der Haut“ rät daher zur Vorsicht bei Patienten mit dunklerer Haut. Gegebenenfalls sind Vorversuche auf unauffälligen Hautstellen eine Option. Zwar kann die Behandlung darauf abzielen, Narben zu verbessern – doch ein CO₂-Laser kann selbst auch neue Narben verursachen. Das geschieht bei zu hoher Energie, ungleichmäßiger Anwendung oder individueller Neigung zu hypertrophen Narben bzw. Keloiden.
Weitere Komplikationen sind kleine weiße Zysten (Milien), die im Heilungspustel entstehen können. Heilungsstörungen mit verlängertem Rötungsbild sind möglich, wenn die Nachbehandlung nicht sorgfältig erfolgt. Akribische Nachsorge ist daher für ein gutes Ergebnis unerlässlich. Dazu gehören sorgfältige Infektionsprophylaxe und Wundpflege (z. B. mit Dexpanthenol), sowie konsequenter Sonnenschutz nach der Behandlung.
CO₂-Laser stellen somit insgesamt eine wirkungsstarke Maßnahme dar, um die Hauterneuerung anzuregen. In der Anwendung erfordern sie jedoch Erfahrung und Vorsicht. Patienten müssen über mögliche Nebenwirkungen informiert werden und eine konsequente Nachbehandlung betreiben. Wenn sie gekonnt eingesetzt werden, können CO₂-Laser sehr gute Resultate erzielen, aber sie sind keineswegs frei von Risiken und Nebenwirkungen. Patienten, die schonendere Verfahren bevorzugen, können sich zu non‑ablativen Lasern, Mikroneedling, Radiofrequenztherapie oder Peelings beraten lassen.
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