Sie zählt zu den häufigsten Ursachen für Erblindung im Alter: Die altersbedingte Makuladegeneration. Die Therapieoptionen sind begrenzt, doch jetzt macht das Antidiabetikum Metformin Hoffnung.
Die altersbedingte Makuladegeneration (AMD) ist eine degenerative Erkrankung des Auges und betrifft die zentrale Retina. Im Verlauf kommt es entweder zur Atrophie lichtsensitiver Zellen („trockene“ AMD) oder zu Schäden durch pathologisches Gefäßwachstum („feuchte“ AMD). Intermediäre und fortgeschrittene AMD betreffen 10–15 % der über 65-Jährigen (1,1 bis 1,8 Millionen Menschen im Vereinigten Königreich) und stellen die häufigste Ursache für Blindheit in Hochlohnländern dar.
Die jährlichen Kosten der AMD werden im Vereinigten Königreich auf 11,1 Milliarden Pfund geschätzt. Für die Atrophie („trockene“ AMD) existiert bisher keine Therapie. Die Behandlung der feuchten AMD ist kostenintensiv und belastend, da wiederholte intravitreale Injektionen erforderlich sind.
Forscher der University of Liverpool analysierten über einen Zeitraum von fünf Jahren Augenaufnahmen von 2.000 Personen, die am routinemäßigen diabetischen Augen-Screeningprogramm in Liverpool teilnahmen. Anhand der Fotografien wurde das Vorliegen einer AMD sowie deren Schweregrad beurteilt. Anschließend erfolgte der Vergleich zwischen Patienten mit und ohne Metformin-Therapie. Adjustiert wurde unter anderem für Alter, Geschlecht und Diabetesdauer. Bei Diabetikern über 55 Jahren war die Einnahme von Metformin mit einer um 37 % geringeren Wahrscheinlichkeit assoziiert, innerhalb von fünf Jahren ein intermediäres AMD-Stadium zu entwickeln.
Die Wahrscheinlichkeit für die Entwicklung einer intermediären AMD über fünf Jahre betrug in der Metformin-Gruppe 0,63 im Vergleich zur Gruppe ohne Metformin (95 %-Konfidenzintervall 0,43 – 0,92).
Ein möglicher Nutzen von Metformin bei AMD war zuvor vermutet worden. Laut den Autoren ist dies jedoch die erste Studie, in der die AMD anhand von Augenfotografien graduiert wurde. Frühere Untersuchungen stützten sich auf sekundäre Informationen wie hausärztliche Diagnoseschlüssel oder US-amerikanische Versicherungsdaten.
Studienleiter Dr. Nick Beare sagt: „Die meisten Menschen, die an AMD leiden, können nicht behandelt werden. Daher ist dies ein großer Durchbruch in unserer Suche nach neuen Behandlungsmethoden. Jetzt müssen wir Metformin in einer klinischen Studie als Behandlung für AMD testen. Metformin hat das Potenzial, vielen Menschen das Augenlicht zu retten.“
Bildquelle: Midjourney