Als Betreiber einer Selbsthilfe für autistische Menschen (autismus-leben.de) habe ich letztes Jahr versucht, einen armseeligen Förderbetrag von 600,00 Euro/ Jahr bei der AOK zu beantragen. Der Antrag ist gespickt mit Fallstricken, ein falsches JA oder NEIN angekreuzt, schon gibt es kein Geld. Um den Antrag "richtig" auszufüllen, muss man tatsächlich ein Seminar besuchen, welches von der Selbsthilfeorganisation KISS aus Mainz veranstaltet wird.
Mein Antrag wurde abgelehnt, weil ich kein extra Konto für die Gruppe habe und weil ich aufgrund meiner tatsächlichen Qualifikationen angegeben habe, die Gruppe würde professionell moderiert. = ABLEHNUNG. Außerdem wurde erwartet, dass ich als Autist mit KISS enger zusammenarbeite. Das geht aufgrund meiner Behinderung leider nicht im gewünschten Umfang. Es gibt dazu noch einen undurchschaubaren Katalog, für was und für was nicht das Geld ausgegeben werden darf, detaillierte Nachweise sind zu führen, Belege zu sammeln etc. Meine Gruppe ist also nicht förderungswürdig, trotz 14-tägiger Treffen mit jeweils ca 10 Teilnehmenden und demnächst einer auf Autismus trainierten KI, die online gehen wird. Danke AOK.Der überbürokratisierte Antrag ist ein Armutszeugnis für die Krankenkassen und eine Ohrfeige ins Gesicht für jeden/jede, die sich engagiert. Warum werden Selbsthilfegruppen, in die Freiwillige unbezahlt eine Menge Zeit, Geld und Erfahrung einfließen lassen nicht einfach pauschal ohne Nachweise unterstützt?
Fragen Sie gern bei der AOK in Neuwied nach, warum das Verfahren so kompliziert gehalten wird. Ich weiß es nicht.