Die Idee des praktischen Jahres ist schön – die Umsetzung oft nicht. Mit ein bisschen Vorbereitung und den richtigen Tricks kannst du trotzdem das Beste für dich rausholen. Wir zeigen dir, worauf du achten musst.
„Ich habe Angst vor dem PJ“, sagen mir meine Kommilitonen, als wir uns über das bevorstehende zweite Staatsexamen (M2) und das darauffolgende Praktische Jahr (PJ) unterhalten. Horrorgeschichten über Knechtschaft, Ausnutzung und abgrundtief schlechte Lehre findet man mittlerweile überall auf Social Media. Laut der Approbationsordnung ist jedoch das Ziel des PJs, die „während des vorhergehenden Studiums erworbenen ärztlichen Kenntnisse, Fähigkeiten und Fertigkeiten [zu] vertiefen und [zu] erweitern“. Ursprünglich war das PJ also nicht als brutale Belastungsprobe gedacht, sondern als Übungsmöglichkeit in einem sicheren Rahmen. Wie kann man das gefürchtete letzte Jahr im Medizinstudium auch unter den aktuellen Bedingungen möglichst fruchtbar und erfolgreich gestalten?
Bevor man das M2 ablegt oder ins PJ startet, muss man sich schon für letzteres bewerben. In dem Zuge sollte man sich über ein paar Fragen Gedanken machen: Möchte ich mein PJ an dem Ort machen, an dem ich später arbeiten möchte? Möchte ich an eine Uniklinik oder eher an eine kleinere Klinik? In Deutschland oder doch lieber im Ausland? Es lohnt sich, die Kliniken fürs PJ bewusst auszusuchen. Wenn man in einer bestimmten Fachrichtung und Stadt arbeiten möchte, liegt es nahe, dort auch das PJ zu absolvieren. Liebäugelt man mit einem Tertial im deutschsprachigen Ausland, also in Österreich oder der Schweiz, sollte man sich frühzeitig bewerben – das bedeutet inzwischen meist zwei Jahre vorher –, damit man einen der begehrten Plätze in der Wunschfachrichtung und -stadt ergattern kann. Natürlich kann man auch Glück haben und ein halbes Jahr vorher noch eine Zusage für einen PJ-Platz im Ausland bekommen, doch das ist eher die Ausnahme als die Regel.
Nachdem das PJ geplant ist, kommt gleich die nächste wichtige Frage: Wie finanziere ich mich in dieser Zeit? Neben der intensiven Tätigkeit als PJler im Krankenhaus ist es vielen nicht möglich, zu arbeiten. Das PJ wird allerdings, wenn überhaupt, eher spärlich vergütet. Dennoch sollte man den Kopf nicht hängen lassen – es gibt mehr Möglichkeiten, als man denkt. Sachsen hat als erstes Bundesland beschlossen, das jeder PJler den BAföG-Höchstsatz als Aufwandsentschädigung erhalten soll. Bayern tut es Sachsen hier gleich. Oft gibt es auch in kleineren Krankenhäusern in ländlichen Gebieten attraktive Angebote, zum Beispiel umsonst Wohnen und in der Klinikcafeteria essen. Zusätzlich bekommen PJler ein großzügiges Taschengeld. Alle, die ins EU-Ausland möchten, sollten nicht vergessen, dass über das Erasmusprogramm eine Praktikumsförderung beantragt werden kann – vollkommen unabhängig von den Partnerstädten der Heimatuni.
Am wichtigsten für ein erfolgreiches PJ ist allerdings, nach sich selbst zu schauen und sich selbst aktiv einzubringen. Folgende Punkte haben sich als besonders wichtig herauskristallisiert:
Was habt ihr für positive Erfahrungen im PJ gemacht? Wenn ihr nochmal ins PJ starten würdet, was würdet ihr anders machen? Habt ihr noch weitere Tipps und Tricks? Teilt eure Erfahrungen mit uns in den Kommentaren!
Bildquelle: Ahmed, Unsplash