Im Durchschnitt meines Arbeitstages werden mindestens drei volle Stunden nur für die Dokumentation verwendet. Hinzu kommen dann noch die Anfragen des Medizinischen Dienstes, Ausfüllen von Anträgen und Qualitätsnachweise, die häufig dabei genau die Zeit fressen, in der ich eigentlich Patienten sehen, aufklären oder Krisengespräche führen müsste.
Ein Beispiel aus der Psychiatrie: Statt mit einem suizidalen Patienten im Gespräch zu bleiben, sitzen wir oft parallel an der PPPRL‑Tabelle, weil jede Stationsstunde und jede Pflegekraft bis ins Detail nachgewiesen werden muss.
In der Summe entsteht aus meiner Sicht damit ein System, in dem Mitarbeitende permanent „zwischen Patienten und Portal“ pendeln, was Frust, Demotivation und schließlich auch eine Abwanderung weiter antreibt.