Als niedergelassene Internistin und Infektiologin in einer Gemeinschaftspraxis sehen wir zum Teil schwerwiegende infektiologische aber auch hausärztliche Fälle. Die Arbeit, PatientInnen zu behandeln, macht mir große Freude. Doch es gibt noch die Schattenseite der Praxistätigkeit:
Datenschutz: für alles muss unterschrieben werden. Für jedes externe Labor wird eine eigene Datenschutzerklärung unterschrieben. Und bitte alles aufbewahren. Berge von Papier, die nicht gerade platzsparend erscheinen..
DMP sollte eine gute Möglichkeit sein, PatientInnen zu motivieren, sich mit ihrer Krankheit zu beschäftigen, regelmäßig ihre Termine wahrzunehmen. Die Einverständniserklärung soll postalisch nach Bamberg verschickt werden, es soll eine genaue Frist eingehalten werden, sonst darf ich den Patienten nochmal einschreiben lassen, weil die letzte nicht mehr rechtzeitig angekommen ist. Alles soll zentral gesammelt werden, dadurch schaffen wir uns jedoch viele bürokratische Hürden. Schade um die kostbare Zeit, die ich besser mit der Behandlung eines Patienten verbringen würde anstelle die Krankenkasse und DMP-Datenstelle nach zu telefonieren.
Regresse, die mit 2-jähriger Verspätung eintreffen, sind zum Teil so überflüssig wie ein Kropf: eine Patientin ist wegen ihrer COPD in regelmäßiger pneumologischer Behandlung. Wir als Hausärzte verschreiben manchmal auch ihre Dosieraerosole, vergessen jedoch die Diagnose einzutragen und schon ist der Regress auf dem Tisch. Warum? Na weil ich off-label use betreibe. Dabei kann die Krankenkasse genau sehen, dass die Patientin auch beim Pneumologen in Behandlung ist und ihre Sprays dort rezeptiert bekommt. Nun heißt es für mich, einen Widerspruch von 2 Seiten zu schreiben, um den Regress abzuwenden. Und mal wieder verlorene Zeit wegen der Bürokratie.
Ich habe aber die Hoffnung, dass wir eines Tages weniger Bürokratie dafür aber mehr Patientenbetreuung haben werden.