Schon Salvador Dalí erkannte, dass wir visuelle Reize als „Produkt unseres Geistes“ auf Basis individueller Wünsche, Erfahrungen oder auch Befürchtungen interpretieren.1 Dalí spielte künstlerisch damit: Seine Werke provozieren visuelle Täuschungen und mehrdeutige Wahrnehmungen – u. a. das vermeintliche Erkennen von Gesichtern in Gegenständen,
Formen oder Strukturen (Pareidolie).1 Diese angeborene Veranlagung zur Fixierung auf Gesichter und deren Mimik kann auch in der schmerzmedizinischen Versorgung genutzt werden. Die Wong-Baker-Gesichter-Skala (engl. „Faces Pain Rating Scale“) ist hierfür ein Beispiel. Das diagnostische Tool eignet sich bei Hürden in der Arzt-Patienten-Kommunikation. Es erleichtert durch 6 intuitiv verständliche, non-verbale Smiley-Symbole (Emojis, Emoticons) die Schmerzanamnese.2 Emojibasierte Skalen zur Schmerzerfassung können eine praktikable Alternative zu konventionellen Schmerzskalen darstellen und überdies in ein digitales Versorgungskonzept eingebunden werden.3
Emojis und Emoticons senken in den oben genannten Szenarien alters- sowie sprachbedingte oder soziodemografische und -kulturelle Barrieren.3,8,9
Mit der 4-stufigen verbalen Ratingskala (VRS) wird die Schmerzintensität mithilfe von Begriffen wie z. B. „kein Schmerz“, „mäßig/starke Schmerzen“ bis hin zu „stärkste vorstellbare Schmerzen“ ausgedrückt.2,10 Dies ermöglicht eine subjektive schmerzbezogene Selbsteinschätzung der Patientinnen und Patienten. Die VRS ist leicht anzuwenden, da Schmerzen und deren Intensität meist verbal zum Ausdruck gebracht werden.10
Die 11-stufige numerische Ratingskala (NRS) ähnelt der verbalen Ratingskala.2,10 Allerdings werden hier Zahlen anstatt Begriffe verwendet – das Spektrum reicht von „0 von 10“ (gleichbedeutend mit „kein Schmerz“) bis hinauf zu „10 von 10“ (definiert als „stärkster vorstellbarer Schmerz“).13 Die NRS ermöglicht unter Verwendung dieser eng gefassten Abstufungen eine noch detailliertere Kategorisierung der Schmerzintensität.10
Ein sehr ähnliches Konzept wie jenes der VRS und NRS liegt der visuellen Analogskala (VAS) zugrunde.10 Sie erfasst die Schmerzintensität semiquantitativ eindimensional mit Hilfe eines vertikalen Strichs mit 2 Endpunkten (Ankerpunkten).2 Patientinnen und Patienten, die Schwierigkeiten haben, ihre Schmerzen in Zahlen auszudrücken, können ihr Schmerzempfinden semiquantitativ im Verhältnis „kein Schmerz“ vs. „unerträglicher Schmerz“ einordnen.10 Ähnlich zur NRS ermöglichen die kleinen Abstufungen eine detaillierte Schmerzdokumentation.10
Der Talk Assistant von Aristo Pharma hilft den Patientinnen und Patienten, sowie den Ärztinnen und Ärzten bei Sprachhürden/-barrieren im Anamnese-Gespräch. Durch den Talk Assistant erhält die Ärztin oder der Arzt ein besseres Verständnis des Schmerzempfindens was folglich zu einer besseren Diagnose und Schmerztherapie führen kann.
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painDETECT ist ein standardisierter Fragebogen, mit dem u. a. spezifisch die neuropathischen Schmerzkomponenten erfasst werden kann. Der 9-Item-Fragebogen bietet Informationen zur Schmerzintensität sowie zur Lebensqualität und klassifiziert die emotionale Schmerzbelastung.11 Der Bogen umfasst folgende Parameter: Schmerzintensität, Schmerzcharakter, Schmerzlokalisation, Schmerzauslöser, Schmerzverlauf, emotionale Belastung durch Schmerzen, Auswirkungen von Schmerzen auf das tägliche Leben, Schlafstörungen durch Schmerzen und die allgemeine Lebenszufriedenheit. Die Punkteskala reicht von 0-10 Punkten, wobei 0 "kein Schmerz" und 10 "extrem starker Schmerz" bedeutet.11
Sind Schmerzintensität mithilfe eines Fragebogens erfasst und Schmerzqualität sowie -art eingeordnet, kann ein Schmerztagebuch die Therapiebegleitung sinnvoll ergänzen und eine noch feinere, patientenindividuelle Verlaufserfassung ermöglichen. Patientinnen und Patienten dokumentieren dabei über einen längeren Zeitraum eigenverantwortlich und regelmäßig – morgens, mittags und abends – ihr aktuelles Schmerzempfinden. Gerade bei sprachlichen oder kognitiven Hürden haben sich niedrigschwellige, bildgestützte Skalen bewährt: Neben dem beschriebenen „Smiley-System“ der Wong-Baker-Skala eignen sich auch andere leicht verständliche Darstellungen, etwa eine Wetterskala. Dort steht das Piktogramm „Gewitter“ für den stärksten vorstellbaren Schmerz, während „Sonnenschein“ Schmerzfreiheit signalisiert. Dadurch wird eine intuitiv nachvollziehbare und zugleich differenzierte Schmerzerfassung möglich.
Das Schmerztagebuch der Aristo® Pharma GmbH basiert auf einer solchen Wetterskala und erfasst neben der Schmerzintensität auch physiologische Störungen wie Schlafprobleme, beeinträchtigten Stuhlgang sowie Übel- oder Müdigkeit. Der angewendete „Ziehharmonika-Stil“ macht die während der letzten 4 Wochen erfassten Daten auf einen Blick verfügbar.
Abkürzungen:
NRS: nummerische Ratingskala
VAS: visuelle Analogskala
VRS: verbale Ratingskala
Referenzen: