Sport und Bewegung bei Krebs sind zentrale Bestandteile der Krebstherapie und können hinsichtlich der Erhaltung der Lebensqualität und bei Fatigue hilfreich sein.1 Ärzt:innen können ihre Patient:innen ermutigen, körperliche Aktivität bei Krebs als festen Baustein der Lebensstilgestaltung zu verstehen, der individuell dosiert und onkologisch eingebettet wird.2
Psychosozial ermöglicht Bewegung bei Krebs vielen Betroffenen ein aktives Krankheitsmanagement, stärkt Selbstwirksamkeit und bietet in Gruppensettings soziale Unterstützung, was sich direkt in einer höherer wahrgenommenen Lebensqualität niederschlägt. Für die meisten Patient:innen werden – sofern medizinisch vertretbar – etwa 150 Minuten moderat intensive Ausdaueraktivität plus zwei bis drei Krafteinheiten pro Woche empfohlen, jeweils an Erkrankung und Therapiephase angepasst.2
Geeignete Aktivitäten sind vor allem:
Niederschwellige Ausdauerformen zügiges Gehen, Radfahren oder Nordic Walking
Schwimmen bei intakter Wundheilung
Alltagsnahe Bewegung Treppensteigen oder Gartenarbeit
Spezialisierte onkologische Sportgruppen, Reha‑Sport und physiotherapeutisch angeleitete Programme bieten ein sicheres Setting mit onkologisch geschulten Trainer:innen.2
Vor Beginn oder deutlicher Steigerung der körperlichen Aktivität ist eine sorgfältige ärztliche Abklärung von Tumorstadium, Metastasenlokalisation, kardialer Situation, hämatologischen Werten und Infektionsrisiko essenziell. Kontraindikationen für intensiveres Training sind unter anderem instabile Knochenmetastasen, schwere Anämie, Fieber, akute Infektionen, relevante Thrombozytopenie sowie instabile kardiopulmonale Situationen; in diesen Fällen sind eher kurze, alltagsnahe Bewegungsreize sowie Lagerungs‑ und Atemübungen angezeigt. Bewährt hat sich ein langsames, sicheres Vorgehen: Begonnen wird mit kurzen Einheiten, etwa fünf bis zehn Minuten Gehen, orientiert an der subjektiven Belastung, mit klaren Abbruchkriterien wie Schwindel, Thoraxschmerz, Luftnot oder Blutungen und einer regelmäßigen Reevaluation im interdisziplinären Team.1,3
Sport und Bewegung bei Krebs sind eine evidenzbasierte, nebenwirkungsarme Therapiekomponente mit nachgewiesenen Effekten auf Fatigue, Nebenwirkungen von Medikamenten, Prognose und Lebensqualität – und damit „so wichtig wie ein Medikament“. Ergänzend zur medikamentösen Therapie bedeutet das, dass jede angepasste Form von Bewegung zählt und spürbar zu besserer Lebensqualität trotz Krebs beitragen kann.
Referenzen:
Krebsinformationsdienst, Bewegung und Sport: Tipps bie Krebspatienten, https://www.krebsinformationsdienst.de/alltag-mit-krebs/sport-und-bewegung (zuletzt aufgerufen im Dezember 2025).
Deutsche Krebshilfe, Bewegung und Sport bei Krebs, https://www.krebshilfe.de/informieren/ueber-krebs/mit-krebs-leben/bewegung-und-sport-bei-krebs/ (zuletzt aufgerufen im Dezember 2025).
Nationales Centrum für Tumorerkrankungen Heidelberg, Sport Bewegung und Krebs, https://www.nct-heidelberg.de/fileadmin/media/nct-heidelberg/fuer_patienten/2020_NCT_KVBW_sport_bewegung_und_krebs_k4.pdf (zuletzt aufgerufen im Dezember 2025).
Ein Beitrag von Daiichi Sankyo Deutschland GmbH und AstraZeneca GmbH Freigabenummer: DE/ADC/01/26/0008