Hepatitis-A-Ausbruch in der Nachbarschaft
In Tschechien wird gerade der größte Hepatitis-A-Ausbruch seit Jahrzehnten beobachtet: Von Januar bis Mitte November wurden ca. 2.600 Fälle registriert, mutmaßlich mit relevanter Dunkelziffer. Das sind etwa viermal so viele wie 2024. Rund 2.000 Patienten mussten stationär behandelt werden, 29 seien verstorben. Betroffen sind alle Altersgruppen, mit Schwerpunkt bei vulnerablen Gruppen wie Obdachlosen und drogenabhängigen Menschen. Bisher treten die meisten Fälle in Prag (ca.1.000) auf, aber auch in touristischen (Wintersport-)Regionen an der Grenze zu Sachsen soll es vermehrt zu Infektionen gekommen sein. Die tschechischen Behörden rechnen nicht mit einer schnellen Entspannung und reagieren mit Impf-Aufrufen, Hygiene- und Reinigungsmaßnahmen. Auch über regionale Impfstoffknappheit wird berichtet, weshalb weitere Lieferungen und EU-weite Beschaffung angestrebt würden. Die Übertragung von Hepatitis-A-Viren (HAV) erfolgt vor allem als Schmierinfektion von Mensch zu Mensch, Trinkwasser oder Lebensmittel gelten aktuell nicht als Treiber. Für Reisende nach Tschechien ist die Hepatitis-A-Impfung nach RKI/AA-Empfehlung indiziert, zusätzlich zur konsequenten Händehygiene. Verfügbar sind in Deutschland monovalente HAV-Impfstoffe (z. B. Havrix, Vaqta) mit Wirkeintritt nach 12–15 Tagen sowie HAV/HBV-Kombinationsimpfstoffe (Twinrix), bei denen ein belastbarer Schutz erst nach der zweiten Dosis besteht. Aufgrund der langen Inkubationszeit ist auch eine kurzfristige Impfung vor Reise oder nach möglicher Exposition sinnvoll. |