Stress ist absolutes Gift für werdende Mütter – und erhöht das Risiko einer Fehlgeburt. Warum die väterliche Resilienz wichtig für gesunde Schwangerschaften ist.
Wie wichtig ist die Einstellung von Vätern für die Gesundheit von Mutter und Kind während der Schwangerschaft? Dieser Frage sind Psychologen in einer neuen Studie nachgegangen. Im Mittelpunkt: die „Resilienz“ von Vätern – dazu zählen Optimismus, Selbstwertgefühl und das Gefühl sozialer Unterstützung.
Die Forscher haben Daten von 217 verheirateten Paaren ausgewertet. Die Mütter gaben während der Schwangerschaft Blutproben ab, die auf C-reaktives Protein (CRP) untersucht wurden, das mit einem höheren Risiko für Frühgeburtlichkeit in Verbindung gebracht wird. Beide Elternteile beantworteten außerdem Fragebögen zu Optimismus, Selbstwert und sozialem Rückhalt. Das Ergebnis: Je mehr Resilienz der Vater zeigte, desto niedriger waren die Entzündungswerte der Mutter. Das wiederum führte zu einer längeren Schwangerschaftsdauer. Ein Zusammenhang, der sich allerdings nur bei verheirateten, nicht aber bei unverheirateten Paaren zeigte.
Ein hohes Maß an väterlicher Resilienz könnte laut Studienautoren dazu führen, dass Männer werdende Mütter im Alltag stärker unterstützen oder für eine entspanntere Atmosphäre zu Hause sorgen. Professorin Hahn-Holbrook erklärt: „Väter, die sich sicher und unterstützt fühlen, könnten sich häufiger positiv im Alltag verhalten – etwa indem sie gesunde Mahlzeiten zubereiten, ermutigen oder den Stress zu Hause reduzieren.“
Nicht nur das Verhalten, auch die emotionale Verbindung scheint eine Rolle zu spielen. Laut Forschern gleichen Paare häufig ihre Stimmungen und sogar ihre Immunsysteme miteinander ab. Das Forschungsteam verweist darauf, dass positive psychische Ressourcen ein Gegengewicht zu den sonst oft untersuchten stressbedingten Entzündungen bieten können.
Die Studie stützt sich auf das biopsychosoziale Modell, das Wechselwirkungen zwischen emotionalen, sozialen und biologischen Einflüssen auf die Gesundheit untersucht. Im Gegensatz zu vielen früheren Studien lag der Fokus diesmal nicht auf den negativen Auswirkungen von Stress, sondern auf schützenden Faktoren. Unterm Strich zeigen die Ergebnisse, dass die emotionale Stärke des Vaters durchaus einen messbaren Einfluss auf das körperliche Wohlbefinden der Mutter und die Dauer der Schwangerschaft haben kann.
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