Die alte Dame vor mir möchte etwas gegen ihre Altersflecken unternehmen, aber weder Zeit noch viel Geld investieren. Ich muss sie also ziehen lassen – und falle fast um, als sie mir vier Wochen später ihre ganz eigene Lösung präsentiert.
Die ältere Frau in der Apotheke will von mir wissen, was sie denn gegen die Altersflecken auf ihren Händen und im Gesicht machen kann – die stören sie optisch sehr und sie will sie loswerden. Freiverkäuflich (und auch auf Rezept) gibt es ein paar Bleichcremes, mit denen man ein Aufhellen probieren kann, aber: Das braucht Zeit und Geld. Und im Moment ist sie nicht bereit, viel auszugeben.
Wir erinnern uns: Altersflecken sind verwandt mit Sommersprossen und Muttermalen und entstehen als Reaktion auf die Sonne. Also rate ich ihr dringend, Cremes mit Sonnenschutzfaktor zu benutzen und sich von der Sonne fernzuhalten, weil die Flecken sonst ausgeprägter werden. Dann gäbe es noch die Möglichkeit, sie optisch mit Make-up abzudecken, aber das will die Dame auch nicht. Im Endeffekt kauft sie gar nichts, aber dankt mir zumindest für die Beratung.
Es vergehen drei, vier Wochen, da kommt dieselbe Kundin wieder in die Apotheke. Mich trifft fast der Schlag, als ich sie sehe – denn sie sieht aus wie ein Stück gegerbtes Leder! Braun, faltig und noch mehr und noch deutlichere Altersflecken. Freudestrahlend erzählt sie mir, dass sie 2 Wochen in den Ferien gewesen ist, wo sie nichts anderes gemacht hat, als sich jeden Tag in die pralle Sonne zu legen!
Bei ihrer Frage schlackern mir die Ohren: „So, und was können wir jetzt gegen die Flecken unternehmen?“ Ich habe ihr dann sagen müssen: „Mit unseren Mitteln jetzt gar nichts mehr.“
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