Dem Alltag entfliehen und einfach mal abschalten: So stellt man sich einen gelungenen Urlaub vor. Damit Sie gut vorbereitet in Ihren Urlaub starten können, finden Sie hier einen kompakten Überblick mit Tipps und Tricks.FlugreisenFluglinien beurteilen die Flugtauglichkeit von Epilepsiepatient*innen sehr unterschiedlich. Daher ist es äußerst wichtig, sich frühzeitig bei der Fluggesellschaft über die bestehenden Regelungen zu informieren, um unangenehme Überraschungen und mögliche Zusatzkosten zu vermeiden. In einigen Fällen kann ein ärztliches Attest verlangt werden, in dem Angaben zu Ihrer Epilepsieform und zu Ihrer Medikation aufgeführt sind. In einigen Fällen verlangen Fluggesellschaften außerdem eine medizinische Flugtauglichkeitsbescheinigung. Sprechen Sie hierzu mit Ihrem Arzt / Ihrer Ärztin.Genügend Ruhe einplanen Ausgeruht reist es sich am besten: Achten Sie darauf, vor und während der Reise genug Schlaf zu bekommen, da ein Schlafmangel anfallsprovozierend wirken kann.1 Auch ist es hilfreich, sich nach der Ankunft im Urlaubsland schrittweise an den dortigen Tagesrhythmus zu gewöhnen. Für die Rückreise gilt dies gleichermaßen. Besonders beim Übergang in andere Zeitzonen wird der Tag-Nacht-Rhythmus beeinflusst. Planen Sie daher auf längeren Reisen und Fernreisen genug Zeit für Pausen und Ruhe ein, um das Risiko für Anfälle aufgrund von Schlafmangel zu minimieren: Es ist ratsam, Ihren normalen Rhythmus möglichst langsam an die Zeitumstellung anzupassen. Die Zeitumstellung muss auch bei der Einnahme von Medikamenten beachtet werden. Sprechen Sie vor Reiseantritt mit Ihrem Arzt / Ihrer Ärztin, wie sie mit der Einnahme Ihrer Medikamente verfahren sollen.Medikamente im UrlaubEs ist empfehlenswert, ausreichend Medikamente für Ihren Urlaub mitzunehmen. Lassen Sie sich daher vor Reiseantritt eine ausreichende Menge verschreiben und packen Sie eine ausreichende Menge Ihrer Medikation ein. Für längere Reisen und größere Mengen an Medikamenten, gelegentlich auch für geringe Mengen (z.B. für BTM pflichtige Substanzen), kann eine Bescheinigung für den Zoll nötig sein, hierzu kann Ihr Arzt / Ihre Ärztin Ihnen eine entsprechende Bescheinigung ausstellen.
Transportieren Sie Ihre Medikamente im Handgepäck statt im Aufgabegepäck, damit diese immer griffbereit sind. Klären Sie auch mit Ihrem Arzt / Ihrer Ärztin ab, ob eine Notfallmedikation für den Flug sinnvoll ist.
Hilfreiche Informationen sowie Dokumente zum Downloaden finden Sie auch auf der Internetseite des ADAC.Ihre Reise absichernFür eine Reise ist es grundsätzlich sinnvoll, eine Reiserücktrittsversicherung abzuschließen. Damit sind Sie abgesichert, falls Sie die Reise aus gesundheitlichen oder anderen Gründen kurzfristig nicht antreten können.
Sollten während Ihres Urlaubs in Europa gesundheitliche Probleme auftreten greift meist die gesetzliche Krankenversicherung. Es lohnt sich dennoch, vor Reiseantritt zu erfragen, wie Sie im Krankheitsfall versichert sind. Eine zusätzliche Reisekrankenversicherung kann hilfreich sein, wenn Sie außerhalb Deutschlands unterwegs sind.
Für den Abschluss einer Reiserücktritts- oder Reisekrankenversicherung gilt: Genau hinschauen und Kleingedrucktes lesen. Einige Versicherungsangebote enthalten bestimmte Klauseln für Epilepsie-Patient*innen. Möglicherweise brauchen Sie zum Versicherungsabschluss ein ärztliches Attest, oder es werden grundsätzlich keine Epilepsie-Patient*innen versichert.Im Urlaub angekommenAm Urlaubsort steht die Erholung im Vordergrund: Genießen Sie Ihre Reise!Einige allgemeingültige Hinweise für Gesunde wie für Epilepsie Patient*innen sollten dennoch beachtet werden. In Ländern mit geringeren Hygienestandards sollten Sie darauf achten, was Sie zu sich nehmen. Frische Lebensmittel wie Salate, ungeschältes Obst, Eiswürfel in Getränken oder Speiseeis können Keime enthalten und Magen-Darm-Erkrankungen verursachen, unter Umständen ist der Verzicht darauf sinnvoll. In manchen Ländern ist es zudem sicherer, auch zum Zähneputzen kein Leitungswasser zu verwenden, abgepacktes Wasser ist hier die bessere Wahl.
Trotz aller Vorsichtsmaßnahmen kann es passieren, dass Sie im Urlaub unter Durchfall oder Erbrechen leiden. Das kann dazu führen, dass Ihre Medikamente nicht richtig wirken, weil sie nicht vollständig vom Körper aufgenommen werden. Dadurch steigt das Anfallsrisiko. Sprechen Sie deshalb vor Reiseantritt mit Ihrem Arzt / Ihrer Ärztin darüber, wie Sie in einem solchen Fall mit Ihrer Medikation umgehen sollten.FazitReisen ist für Patient*innen mit Epilepsie in der Regel problemlos möglich: Mit guter Vorbereitung und medizinischer Absicherung steht einem entspannten Urlaub nichts mehr im Weg!Sie haben noch Fragen? Für weitere Informationen besuchen Sie unsere Website mit allgemeinen Infos für den Alltag mit Epilepsie oder schauen Sie in unsere kostenlose Patientenbroschüre rein! Hier finden Sie nützliche Tipps und Tricks.
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