Im Jahr 2013 schrieb Angelina Jolie einen bahnbrechenden Artikel in der New York Times mit dem Titel „My Medical Choice”. Darin machte sie ihre BRCA1-Mutation und die präventive Entfernung beider Brüste öffentlich, wodurch insbesondere die spezielle Genmutation ins öffentliche Bewusstsein rückte. Viele Menschen erkannten die Bedeutung der genetischen Untersuchung und entschieden sich, ihre eigene Krankheitsgeschichte genauer unter die Lupe zu nehmen und Expert:innen zu konsultieren. Diese Offenheit führte zu einer weltweiten Sensibilisierung für die genetische Vererbung von Brustkrebs und war der Beginn dessen, was heute als „Angelina-Jolie-Effekt" bekannt ist.
Der BRCA-Gentest
Der BRCA-Gentest untersucht Mutationen in den BRCA1- und BRCA2-Genen, die das Risiko für Brust- und Eierstockkrebs erhöhen. Der Test umfasst ein Beratungsgespräch, gefolgt von der Entnahme einer Blutprobe oder eines Mundschleimhautabstrichs. Ein positives Ergebnis zeigt eine Mutation und ein erhöhtes Krebsrisiko. Ein negatives Ergebnis bedeutet kein erhöhtes Risiko durch BRCA-Mutationen, und ein unklarer Befund weist auf Varianten unklarer Signifikanz hin. Der Test hilft, Entscheidungen über Vorsorge, Prävention und Behandlung zu treffen, wobei genetische Beratung wichtig ist. Die Entscheidung für einen BRCA-Gentest sollte in Absprache mit einem Facharzt oder Genetiker getroffen werden, um die individuellen Risiken und den Nutzen sorgfältig abzuwägen.1
Die Früherkennung und Prävention bei Trägerinnen der BRCA-Mutationen wurden ebenfalls angepasst. Frauen mit einer BRCA-Mutation haben ein lebenslang erhöhtes Risiko an Brust- und Eierstockkrebs zu erkranken. Daher gibt es speziell abgestimmte Früherkennungsmaßnahmen, die ab dem 25. bis zum 70. Lebensjahr durchgeführt werden können.2 Dazu gehören:
Obwohl diese Maßnahmen Mammakarzinome nicht verhindern können, haben sie dennoch entscheidende Vorteile:
Eigeninitiative bei der Vor- und Nachsorge von Brustkrebs ist entscheidend für den Therapieerfolg und die langfristige Gesundheit. Patientinnen sollten ihre Gesundheit aktiv in die Hand nehmen und sich umfassend informieren, um Entscheidungen treffen zu können. Ein zentrales Thema ist das individuelle Rückfallrisiko, das jede Patientin kennen sollte. Es ist wichtig, dass Patientinnen ihre Ärztin oder ihren Arzt gezielt darauf ansprechen und hinterfragen, ob sie ausreichend über ihr persönliches Risiko und entsprechende Vorsorgemaßnahmen aufgeklärt wurden. Nur so können sie gemeinsam mit ihrem Behandlungsteam die bestmöglichen Strategien zur Vorbeugung und Früherkennung eines Rückfalls entwickeln.
Der mutige Schritt von Angelina Jolie, ihre Geschichte öffentlich zu teilen, hat weltweit Auswirkungen gehabt. Er hat nicht nur das Bewusstsein für genetisch bedingten Brustkrebs erhöht, sondern auch vielen Menschen die Chance gegeben, durch frühzeitige Erkennung und präventive Maßnahmen ihre Gesundheit zu schützen. Auch über ein Jahrzehnt später ist der Einfluss dieses Effekts spürbar und rettet weiterhin Leben.
Referenzen: