PatientInnen und ÄrztInnen können gleichermaßen profitieren
Depot-Antipsychotika ermöglichen mehr Erleichterung für Schizophrenie-PatientInnen durch eine Reduktion der Anwendungs-häufigkeit: Denn mit einem Depot müssen Betroffene nicht täglich daran denken, das verordnete orale Antipsychotikum einzunehmen und somit in kurzen Abständen an die eigene Erkrankung erinnert zu werden. Abgesehen von den Erleichterungen für die PatientInnen, gibt es jedoch auch praxisrelevante Vorteile durch die Depot-Medikation. Diese reichen von einer verbesserten Rückfallprophylaxe[i] bis zu Kosteneinsparungen im Gesundheitssystem[ii]. Mit der Verfügbarkeit von Depot-Antipsychotika mit noch längeren Dosisintervallen können die bestehenden Vorteile für ÄrztInnen und PatientInnen noch stärker zur Geltung kommen.[iii] Erst jüngst wurde mit Abilify Maintena® 960 mg eine neue Aripiprazol-Depotformulierung zugelassen, die nur noch alle 2 Monate angewendet werden muss.[iv]
Einer der größten Vorteile von Depot-Antipsychotika gegenüber oralen Präparaten ist die gesicherte Medikamentengabe: Die Applikation wird von geschultem medizinischem Personal in der Praxis/PIA/der Klinik ausgeführt. Falls der/die PatientIn dort nicht für die Injektion erscheint, ob beabsichtigt oder unbeabsichtigt (z. B. Termin vergessen), kann das Behandlungsteam frühzeitig intervenieren und zeitnah einen neuen Termin für die Injektion vereinbaren. Zu den weiteren Vorteilen gehören:
Die allgemeine Akzeptanz einer Depot-Medikation mit längerer Wirkdauer ist möglicherweise auf die wahrgenommenen Vorteile einer größeren Freiheit und geringeren Belastung zurückzuführen.3 Betroffene beichten von folgenden Vorteilen für ihren Alltag und ihre Lebensqualität3:
Depot-Therapie: Längere Wirkdauer zahlt sich aus
Durch die längere Wirkstoffexposition ist unter diesen Depot-Präparaten auch ein verlängerter Zeitraum der Stabilität gegeben.[vii],[viii] Dies könnte dazu beitragen, das Risiko für Rezidive und Hospitalisierungen noch weiter zu minimieren.7 Zudem können Depot-Antipsychotika mit längerer Wirkdauer eine bessere Therapiekontinuität ermöglichen: In einer Kohortenstudie mit 25.361 Patienten konnte gezeigt werden, dass unter Therapie mit Paliperidon-Palmitat einmal monatlich (PP1M) innerhalb eines Jahres 37 % der Patienten ihre Behandlung abbrachen, während es bei Paliperidon-Palmitat alle 3 Monate (PP3M) nur 19,2 % waren.[ix] Ein weiterer Vorteil betrifft den Praxisalltag: Die seltenere Anwendung gibt PatientInnen und ÄrztInnen bei gemeinsamen Terminen auch die Möglichkeit, stärker auf nicht-medikamentöse Aspekte der Therapie einzugehen. Dies konnte in einer Studie mit 224 PatientInnen und deren behandelnden ÄrztInnen (n = 29) bestätigt werden: Dort gaben 52,7 % der ÄrztInnen und 33,8 % der PatientInnen an, dass sie seit der Umstellung auf das Depot mit dem längeren Dosisintervall viel häufiger über Themen abseits der Medikation sprechen.[x] Dabei war die Frequenz der Praxisbesuche nach der Umstellung unverändert.
Fazit
Die Depot-Antipsychotika mit noch längeren Dosisintervallen ermöglichen einen größeren Spielraum für Verbesserungen der Schizophrenie-Therapie. Der neueste Vertreter dieser länger wirksamen Antipsychotika ist Abilify Maintena® 960 mg (siehe auch Infokasten), das im Frühjahr zugelassen wurde.4
Mehr zum Thema länger wirksame Depot-Antipsychotika erfahren Sie im aktuellen CME-Beitrag von Frau PD Dr. med. habil. Karolina Leopold, Oberärztin an der Klinik für Psychiatrie, Psychotherapie und Psychosomatik am Vivantes Klinikum Am Urban, Berlin, der in der Medical Tribune erschienen ist.
Melden Sie sich gerne via Mail bei Sarah Wagner (sapg@lundbeck.com), um eine Print-Version dieses CME-Beitrags zu erhalten.
Infobox: Abilify Maintena® 960 mg: Stabile Plasmakonzentrationen und vergleichbare Wirksamkeit
In der Zulassungsstudie konnte gezeigt werden, dass Abilify Maintena® 960 mg über das gesamte zweimonatige Dosierungsintervall ähnliche Aripiprazol-Konzentrationen wie Abilify Maintena® 400 mg[i] aufweist und die mittleren Aripiprazol-Plasmakonzentrationen konstant über der therapeutischen Grenze (Cmin > 95 ng/ml) lagen.5,* Dabei zeigte sich auch für Abilify Maintena® 960 mg eine mit Abilify Maintena® 400 mg vergleichbare Sicherheit/Verträglichkeit sowie Wirksamkeit (bzgl. Symptomschwere und subjektives Wohlbefinden).8,*
Die Umstellung von Abilify Maintena® 400 mg auf Abilify Maintena® 960 mg erfolgt einfach durch die Injektion von Abilify Maintena® 960 mg anstelle der nächsten Gabe von Abilify Maintena® 400 mg.4 Darüber hinaus gibt es auch die Möglichkeit direkt von Aripiprazol oral auf Abilify Maintena® 960 mg umzustellen: Hierfür sollte zur ersten Injektion die Behandlung mit 10–20 mg/Tag Aripiprazol oral für 14 Tage fortgesetzt werden, um die therapeutische Aripiprazol-Konzentration zu Beginn zu gewährleisten.4 Abilify Maintena® 960 mg ist dabei nur für die Injektion in den Glutealmuskel bestimmt.4
Schauen Sie sich das Anwendungsvideo zur Verabreichung von Abilify Maintena® 960 mg [grau hinterlegt, Verlinkung zu: an. Klicke Sie hier]
* Die Aussagekraft der offenen Studie unterliegt bestimmten Einschränkungen, wie der Bereitschaft, sich das Me-dikament applizieren zu lassen, die die Aussagen beeinflussen. Primäre Endpunkte betrafen den Vergleich der Sicherheit und Verträglichkeit von Aripiprazol 960 mg alle 2 Monate und Aripiprazol 400 mg einmal monatlich sowie den entsprechenden Vergleich der therapeutischen Plasmakonzentrationen. Sekundäre Endpunkte betrafen die Wirksamkeit. Das Studiendesign war nicht ausgelegt, um die statistische Signifikanz von Veränderungen gegen-über dem Ausgangswert bei den Wirksamkeitsmerkmalen zu zeigen.
[i] Fachinformation Abilify Maintena® 400 mg, aktueller Stand.
[i] Kishimoto T et al. Lancet Psychiatry 2021;8:387-404.
[ii] Thiem H et al. Gesundheitsökonomie & Qualitätsmanagement 2020;25:170-178.
[iii] Loomer S et al. Poster T215. Präsentiert auf dem SIRS 2024.
[iv] Fachinformation Abilify Maintena® 960 mg, aktueller Stand.
[v] Harlin M et al CNS Drugs 2023;37:337-350.
[vi] Rubio JM et al. Schizophr Bull 2021;47:1611-1620.
[vii] Mathews M et al. Neuropsychiatr Dis Treat 2020;16:1533-1542.
[viii] Citrome L et al. J Clin Psychiatry 2023;84:23m14873.
[ix] Cai R et al. BMC Psychiatry 2022;22:382.
[x] Pungor K et al. BMC Psychiatry 2021;21:300.
DE-ASMT-0198 DE-AM2-2400240 V.1.0