Start mit zwei Injektionen: Wie die Adhärenz von PatientInnen mit Schizophrenie verbessert werden kann
Eine wirksame Therapie der Schizophrenie erfordert eine regelmäßige und langfristige Einnahme von Antipsychotika, um die Symptome unter Kontrolle zu halten und Rückfälle zu vermeiden.[1] Somit ist die Medikamentenadhärenz bei Schizophrenie eine wesentliche Voraussetzung für den Therapieerfolg. Allerdings ist die Aufrechterhaltung der Adhärenz nach wie vor eine große klinische Herausforderung: So konnte in einem Literatur-Review gezeigt werden, dass bis zu 50 % der PatientInnen mit Schizophrenie nicht adhärent sind.[2] Die Non-Adhärenz kann auf einer bewussten Entscheidung basieren (eigenhändiges Absetzen des Medikaments aufgrund von Nebenwirkungen) oder auch nicht intentionell sein (der/die PatientIn vergisst das Medikament einzunehmen).[3] Eine unzureichende Adhärenz kann jedoch gravierende Folgen für die PatientInnen haben, da sie unter anderem mit einem erhöhten Risiko für Hospitalisierungen[4] und Suizidversuchen[5] assoziiert ist. Damit kann für die PatientInnen das Therapieziel Remission in weite Ferne rücken. Eine Möglichkeit, die Adhärenz bei Schizophrenie zu verbessern, besteht in dem Gebrauch von lang wirksamen Depot-Antipsychotika.[6]
Zum einen ist bei der Depot-Therapie die Medikamentengabe gesichert, zum anderen ist eine frühzeitige Intervention möglich, wenn z. B. die/der PatientIn den Termin zur Verabreichung nicht wahrnimmt. Zudem wird der Patient nicht wie bei oralen Antipsychotika täglich an die eigene Erkrankung erinnert, was sich positiv auf das Wohlbefinden auswirken könnte. Die Umstellung auf die Depot-Medikation sollte dabei so einfach wie möglich gestaltet werden.
Im Fall von Aripiprazol-Depot (Abilify Maintena®) gibt es für diesen Zweck ein alternatives Einstellungsregime mit zwei Startinjektionen[7]:
Gegenüber dem klassischen Einstellungsschema (eine Startinjektion, gefolgt von einer täglichen Supplementierung von 10-20 mg/oralem Aripiprazol über 14 Tage), wird die Zeit der oralen Einnahme somit erheblich verkürzt. Insbesondere PatientInnen, die eine unzureichende Medikamentenadhärenz aufweisen, könnten von diesem Einstellungsregime profitieren, wie die folgende Kasuistik von Frau Dr. Utzerath zeigt:
Mehr zu dem alternativen Einstellungsregime für Abilify Maintena® und den Vorteilen erfahren Sie im folgenden Podcast mit Frau Dr. Utzerath: https://www.psychiatriepraxis.de/einstellung_depot
Referenzen
[1] Higashi K et al. Ther Adv Psychopharmacol 2013;3:200-218.
[2] Lacro JP et al. J Clin Psychiatry 2002;63:892-909.
[3] Haddad PM et al. Patient Relat Outcome Meas 2014;5:43-62.
[4] Robinson D et al. Arch Gen Psychiatry 1999;56:241-247.
[5] Hawton K et al. Br J Psychiatry 2005;187:9-20.
[6] Kaplan G et al. Patient Prefer Adherence 2013;7:1171-1180.
[7] Fachinformation Abilify Maintena®, aktueller Stand.
DE-ASMT-0083 DE-AM2-2400095