Längere Injektionsintervalle treffen den Nerv der PatientInnen
Die Schizophrenie-Therapie erfordert eine langfristige, in der Regel lebenslange, medikamentöse Behandlung.[1] Diese sollte so erfolgen, dass der Alltag der PatientInnen davon so wenig wie möglich beeinflusst wird. Eine Möglichkeit besteht in der Verringerung der Anwendungshäufigkeit der Antipsychotika: Hier haben lang wirksame Depot-Antipsychotika einen grundsätzlichen Vorteil gegenüber oralen Präparaten, die täglich eingenommen werden müssen. Innerhalb der Depot-Antipsychotika gibt es nun eine Entwicklung hin zu Präparaten mit längeren Injektionsintervallen. So ist ab sofort eine neue Aripiprazol-Depotformulierung verfügbar, die nur noch alle 2 Monate angewendet werden muss (Abilify Maintena® 960 mg).[2] Eine seltenere Gabe von Depot-Antipsychotika kommt dabei den Wünschen von PatientInnen mit Schizophrenie entgegen, wie aus einer Befragung hervorgeht.[3]
Die Einführung der atypischen Depot-Antipsychotika war ein wichtiger Schritt in der Schizophrenie-Therapie: Aufgrund ihrer langanhaltenden Wirksamkeit entfällt die tägliche Medikamentengabe (wie bei der oralen Therapie). Zudem erfolgt die Anwendung dieser Depot-Antipsychotika in einer Praxis/PIA/Klinik, d.h. die Medikamentengabe ist prinzipiell sichergestellt und PatientInnen können rechtzeitig kontaktiert werden, wenn sie nicht zum Termin für die Injektion erscheinen. Die Entwicklung der Depot-Therapie geht jedoch weiter: Mit den Depot-Antipsychotika mit besonders langer Wirkdauer wie z. B. Abilify Maintena® 960 mg können PatientInnen von einer medikamentösen Therapie mit einem noch längeren Injektionsintervall profitieren.
Auf einen Blick: Vorzüge von verlängerten Injektionsintervallen
Im Vergleich zu den atypischen Depot-Präparaten, die mehrmals oder nur einmal im Monat verabreicht werden, zeichnen sich die Depot-Präparate mit noch längerer Wirkdauer durch noch mehr Vorteile aus:
Alles in allem können die Depot-Antipsychotika mit besonders langer Wirkdauer neue Chancen in der Schizophrenie-Therapie eröffnen. Mit Abilify Maintena® 960 mg steht eine neue Aripiprazol-Formulierung zur Verfügung, die nur noch alle 2 Monate verabreicht werden muss.2 PatientInnen können dabei von einer höheren Flexibilität im Therapiealltag profitieren, wie Prof. Dr. Bernhard Baune, Münster, hervorhebt: „Wir können unseren PatientInnen durch Abilify Maintena® 960 mg nun noch mehr Freiheiten im Alltag ermöglichen. Ein längerer Urlaub, das Studium wiederaufnehmen oder einfach spontan Pläne schmieden. Das alles ist mit dem 2-Monatsdepot jetzt noch besser möglich“.**
Weniger Injektionen, mehr Freiheiten: Längere Injektionsintervalle werden gut angenommen
In Umfragen zeigt sich immer wieder, dass für PatientInnen mit Schizophrenie die Anwendungshäufigkeit der antipsychotischen Therapie ein wichtiger Faktor ist: So gaben in einer Befragung die Mehrheit der TeilnehmerInnen mit Schizophrenie an, dass sie eine Depot-Therapie mit längerem Injektionsintervall bevorzugen (Zur Auswahl standen ein Depot-Präparat mit dreimonatigen Injektionsintervall, ein 1-Monats-Präparat sowie eine orale Therapie).3 Als Gründe für diese Präferenz gaben sie weniger Injektionen, weniger Schmerzen, weniger Arztbesuche und weniger Aufwand für Anfahrten zur Praxis/Klinik an.3 Die seltene Gabe bei gesicherter Wirksamkeit kann auch den PatientInnen Sicherheit geben und ihnen die Sorgen vor einem erneuten Rezidiv nehmen. Zur psychischen Entlastung trägt auch bei, dass sie der Erkrankung selbst weniger Aufmerksamkeit schenken müssen[8] und so mehr Zeit für die schönen Dinge im Leben haben. Injektionen mit geringerer Häufigkeit können möglicherweise auch das Risiko einer (Selbst-)stigmatisierung der PatientInnen begrenzen.[9]
Abilify Maintena® 960 mg: Stabile Plasmakonzentrationen und vergleichbare Wirksamkeit
In der Zulassungsstudie konnte gezeigt werden, dass Abilify Maintena® 960 mg über das gesamte zweimonatige Dosierungsintervall ähnliche Aripiprazol-Konzentrationen wie Abilify Maintena® 400 mg[10] aufweist und die mittleren Aripiprazol-Plasmakonzentrationen konstant über der therapeutischen Grenze (Cmin > 95 ng/ml) lagen.[11],✝ Zu Beginn waren die teilnehmenden PatientInnen klinisch stabil. Diese konnten im Durchschnitt während des gesamten Behandlungszeitraums der Studie ihre klinische Stabilität sowie den klinischen Gesamteindruck erhalten.4,✝ Dabei zeigte sich ein vergleichbarer Verlauf zwischen den Behandlungsgruppen in Bezug auf den Positive and Negative Syndrome Scale (PANSS)-Gesamtscore und Clinical Global Impression-Severity (CGI-S)-Score (sekundäre Endpunkte), mit einer leichten Verbesserung zur Baseline.4,✝ Zudem kam es in der Zulassungsstudie unter Abilify Maintena® 960 mg zu einer mit Abilify Maintena® 400 mg vergleichbaren Veränderung des subjektiven Wohlbefindens, gemessen anhand des SWN-S-Gesamtscores (sekundärer Endpunkt).4,✝ Abilify Maintena® 960 mg wurde dabei im Allgemeinen gut vertragen mit einer ähnlichen Gesamthäufigkeit von behandlungsbedingten unerwünschten Ereignissen wie unter Abilify Maintena® 400 mg.4,✝
Die Umstellung von Abilify Maintena® 400 mg auf Abilify Maintena® 960 mg erfolgt einfach durch die Injektion von Abilify Maintena® 960 mg anstelle der nächsten Gabe von Abilify Maintena® 400 mg.2 Darüber hinaus gibt es auch die Möglichkeit direkt von Aripiprazol oral auf Abilify Maintena® 960 mg umzustellen: Hierfür sollte zur ersten Injektion die Behandlung mit 10–20 mg/Tag Aripiprazol oral für 14 Tage fortgesetzt werden, um die therapeutische Aripiprazol-Konzentration zu Beginn zu gewährleisten.2 Abilify Maintena 960 mg ist dabei nur für die Injektion in den Glutealmuskel bestimmt und darf weder intravenös noch subkutan angewendet werden.2
Schauen Sie sich das Anwendungsvideo zur Verabreichung von Abilify Maintena® 960 mg [grau hinterlegt, Verlinkung zu: an. Klicke Sie hier]
Fazit:
Die Verringerung der Anwendungshäufigkeit kann zur Entlastung der PatientInnen im Rahmen der medikamentösen Therapie beitragen. In dieser Hinsicht war die Einführung der atypischen Depot-Präparate ein erster wichtiger Schritt in diese Richtung, da die tägliche Anwendung der Medikamente entfällt. Mit den neuartigen Depot-Antipsychotika mit besonders langer Wirkdauer geht die Entwicklung jedoch weiter: Durch die verlängerten Injektionsintervalle ergeben sich weitere Vorteile, von der sowohl PatientInnen als auch ÄrztInnen profitieren können.4,5,6,7 Ein Vertreter ist das Depot-Präparat Abilify Maintena® 960 mg, das alle 2 Monate angewendet wird.2 In der Zulassungsstudie konnte für diese neue Aripiprazol-Depotformulierung vergleichbare Plasmaspiegel sowie eine ähnliche Verträglichkeit und Wirksamkeit wie Abilify Maintena® 400 mg nachgewiesen werden.4,11,*
Für Prof. Baune liegen die Vorteile von Abilify Maintena® 960 mg vor allem in der Entlastung der PatientInnen im Therapiealltag und der höheren Therapieakzeptanz: „In der klinischen Praxis bietet uns Abilify Maintena® 960 mg durch das verlängerte Dosierungsintervall die Möglichkeit, die Therapie für unsere PatientInnen weniger umständlich und noch alltagstauglicher zu gestalten und verstärkt über nicht-medikamentenbezogene Themen zu sprechen. Das kann nicht nur die Adhärenz bei der antipsychotischen Behandlung erhöhen, sondern auch die Lebensqualität der Betroffenen verbessern.“**
* In einer Studie zeigte sich, dass über einen Zeitraum von 1 Jahr 37,1 % der PatientInnen die Behandlung mit Paliperidonpalmitat (PP) einmal monatlich abbrachen. Im Vergleich dazu waren es nur 19,2 % unter Therapie mit dem PP-3-Monatsdepot.6
** Virtuelle Pressekonferenz von Lundbeck und Otsuka „Neue Behandlungsoptionen in der Schizophrenie-Therapie“ am 18.04., 15:30-17:00 Uhr.
✝ Die Aussagekraft der offenen Studie unterliegt bestimmten Einschränkungen, wie der Bereitschaft, sich das Medikament applizieren zu lassen, die die Aussagen beeinflussen. Primäre Endpunkte betrafen den Vergleich der Sicherheit und Verträglichkeit von Aripiprazol 960 mg alle 2 Monate und Aripiprazol 400 mg einmal monatlich sowie den entsprechenden Vergleich der therapeutischen Plasmakonzentrationen. Sekundäre Endpunkte betrafen die Wirksamkeit. Das Studiendesign war nicht ausgelegt, um die statistische Signifikanz von Veränderungen gegenüber dem Ausgangswert bei den Wirksamkeitsmerkmalen zu zeigen.
Referenzen
[1] RKI Robert Koch-Institut. Schizophrenie. Gesundheitsberichterstattung des Bundes. 2010. Heft 50. Berlin: Verlag Robert Koch-Institut.
[2] Fachinformation Abilify Maintena® 960 mg, aktueller Stand.
[3] Blackwood C et al. Patient Prefer Adherence. 2020;14:1093-1102.
[4] Citrome L et al. J Clin Psychiatry. 2023;84.
[5] Mathews M et al. Neuropsychiatr Dis Treat. 2020;16:1533-1542.
[6] Cai R et al. BMC Psychiatry. 2022;22:382.
[7] Baune T. Psychopharmakotherapie. 2024;31:87-95.
[8] Rise MB et al. Nord J Psychiatry. 2021;75:257-265.
[9] Pietrini F et al. Neuropsychiatr Dis Treat. 2019;15:1045–1060.
[10] Fachinformation Abilify Maintena® 400 mg, aktueller Stand.
[11] Harlin M et al CNS Drugs 2023;37:337-350.
DE-ASMT-0142 DE-AM2-2400178