Shared Decision Making (SDM) – auf Deutsch Partizipative Entscheidungsfindung (PEF) – verändert die Kommunikation zwischen Ärzt:innen und Patient:innen in der Brustkrebs-Behandlung grundlegend. Während dank neuer Therapieansätze die Mortalitäts- und Morbiditätsraten kontinuierlich sinken, gewinnt die individuelle Abstimmung der Therapie auf die Bedürfnisse der Patient:innen zunehmend an Bedeutung.
Mit Shared Decision Making nehmen Patient:innen nicht länger eine passive Rolle ein. Stattdessen wird ein offener Informationsaustausch gefördert, in dem Ärzt:innen und Patient:innen gemeinsam über die optimale Brustkrebstherapie entscheiden. Dieser Ansatz ist besonders dann von Vorteil, wenn es verschiedene Behandlungsoptionen beim Brustkrebs gibt, bei denen die Präferenzen der Patient:innen Einfluss auf das Ergebnis haben.
Die Vorteile von SDM sind vielfältig: Es kann nicht nur die Zufriedenheit der Patient:innen erhöhen, sondern auch die Erfolgschancen von Behandlungen steigern. Durch die aktive Einbeziehung der Patient:innen in den Entscheidungsprozess kann zudem die Therapietreue gefördert werden. Dies kommt sowohl den Betroffenen als auch den Krankenversicherungen zugute, da SDM Über-, Unter- und Fehlversorgungen verringert.In Übereinstimmung mit dem Patientenrechtegesetz erklärt SDM umfassend die Vor- und Nachteile der jeweiligen Untersuchung oder Behandlung. Dadurch wird eine individuelle Krebstherapie ermöglicht, die effizienter und zielgerichteter verläuft – im Einklang mit den Wünschen und Bedürfnissen der Patient:innen.
Da das SDM in Deutschland noch zu selten in den Klinik- und Praxisalltag sowie in die Regelversorgung Einzug findet, wurde vor einigen Jahren das SHARE TO CARE-Programm ins Leben gerufen. Es unterstützt Patient:innen, Angehörige und medizinische Teams gleichermaßen dabei, Beteiligung an Entscheidungen zur gelebten Routine zu etablieren.
Auf der Website von SHARE TO CARE stehen praxisnahe Entscheidungshilfen, leicht verständliche Informationsmaterialien und strukturierte Leitfäden zum Download bereit. Sie helfen dabei, sich gezielt auf anstehende Ärzt:innen-Patient:innen-Gespräche vorzubereiten, indem sie beispielsweise relevante Fragen bündeln, medizinische Optionen übersichtlich darstellen oder Raum zur Klärung persönlicher Werte schaffen.
Mehr Informationen sowie alle Entscheidungshilfen finden Sie hier direkt auf der SHARE TO CARE-Webseite.
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