„Akut dekompensierende Herzinsuffizienz“ - so dürfte die sinnbildliche Diagnose für den Rettungsdienst in Deutschland aktuell lauten.
Erschreckenderweise besteht die „Grunderkrankung“ nicht erst seit Kurzem. Sie ist das Ergebnis aus jahrelangen politischen Fehlentscheidungen und einem unstillbaren gesellschaftlichen Verlangen nach medizinischer Hilfe „On-demand“ - zu jeder Tages- und Nachtzeit. Bis vor wenigen Jahren schaffte das Rettungswesen es, insbesondere durch engagierte Mitarbeiter, sich auf einem gewissen Niveau stabil zu halten. Die seit Wochen kursierenden Schlagzeilen über den „Rettungsdienst am Limit“ und „Retter in der Not“ erreichten Anfang Dezember diesen Jahres ihren traurigen Höhepunkt. Nach einem schweren Verkehrsunfall in unserer Bundeshauptstadt, ist keiner der 104 im Dienst befindlichen Rettungswagen in der erforderlichen Zeit am Unfallort. Eine junge Frau verstirbt trotz eingeleiteter Rettungsmaßnahmen noch vor Ort.
Das Rettungswesen in Deutschland ist schwer erkrankt. Es zu retten bedarf mehr als nur die bloße Erhöhung der Vorhaltung von Rettungsmitteln (für die qualifiziertes Personal in ausreichender Menge ohnehin fehlt). Eine „Transplantation“ in Form von systematischen Entscheidungen der Politik und einem Umdenken in der Gesellschaft muss stattfinden, sonst droht das „Herz“ in naher Zukunft vollständig zu versagen.
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