Es ist ein invasiver Eingriff, scheint sich aber auszuzahlen: Laut einer aktuellen Studie reduzierte sich das Risiko für kardiovaskuläre Ereignisse bei Patienten, die sich einer bariatrischen OP unterzogen, deutlich.
Eine Rutgers-Studie an fettleibigen Erwachsenen mit nichtalkoholischer Fettlebererkrankung (NAFLD) und morbider Adipositas (Body-Mass-Index > 40) hat gezeigt, dass diejenigen, die sich einer bariatrischen Operation unterzogen, anschließend weit weniger extreme kardiovaskuläre Ereignisse erlitten. In JAMA Network Open berichtet das Team aus Rutgers zusammen mit Mitarbeitern der Ohio State University, dass fettleibige Patienten, die sich einer bariatrischen Operation unterzogen, ein um fast 50 Prozent geringeres Risiko für unerwünschte kardiovaskuläre Ereignisse wie Herzinfarkte, Angina pectoris oder Schlaganfälle aufwiesen.
„Die Ergebnisse belegen, dass die bariatrische Chirurgie ein wirksames therapeutisches Mittel ist, um das erhöhte Risiko von Herz-Kreislauf-Erkrankungen bei ausgewählten Personen mit Fettleibigkeit und NAFLD zu senken“, sagte Vinod Rustgi, Distinguished Professor of Medicine, klinischer Direktor der Hepatologie und Direktor des Zentrums für Lebererkrankungen und Lebermasse an der Rutgers Robert Wood Johnson Medical School.
Herzkrankheiten sind die häufigste Todesursache bei Männern und Frauen in allen ethnischen Gruppen der USA. Nach Angaben der CDC starben im Jahr 2020 etwa 697.000 Menschen in den USA an einer Herzerkrankung. Für die Studie analysierten die Forscher die Ergebnisdaten der Krankenversicherungsdatenbank MarketScan Commercial Claims and Encounters von 2007 bis 2017. Von 230 Millionen versicherten Personen wurden 86.964 Erwachsene zwischen 18 und 64 Jahren identifiziert, die an Adipositas und NAFLD litten. Von diesen waren 68 Prozent der Studiengruppe weiblich, 35 Prozent unterzogen sich einer bariatrischen Operation und 65 Prozent erhielten eine nicht-chirurgische Behandlung.
Bei den Patienten mit bariatrischem Eingriff sank das Risiko, schwere kardiovaskuläre Ereignisse wie Herzinfarkte, Herzversagen oder ischämische Schlaganfälle zu erleiden, um 49 Prozent. Auch Angina pectoris, atherosklerotische Ereignisse oder arterielle Blutgerinnsel traten bei ihnen deutlich seltener auf. Der Zusammenhang zwischen bariatrischer OP und Verringerung des Risikos von Herz-Kreislauf-Erkrankungen wurde bisher noch nicht in dieser Detailtiefe untersucht, so die Forscher.
„Obwohl die Adipositaschirurgie ein aggressiverer Ansatz ist als die Änderung des Lebensstils, kann sie mit anderen Vorteilen verbunden sein, wie z. B. einer verbesserten Lebensqualität und einer geringeren langfristigen Belastung durch das Gesundheitswesen“, so Rustgi.
Dieser Artikel basiert auf einer Pressemitteilung der Rutgers University. Die Studie haben wir euch hier und im Text verlinkt.
Bildquelle: National Cancer Institute, Unsplash