Sport fördert die Gesundheit in vielen Belangen – so weit, so bekannt. Einer neuen Studie zufolge verlängert regelmäßige körperliche Aktivität auch das Überleben nach einer Brustkrebsdiagnose.
Dass wir alle uns mit Sport etwas Gutes tun, ist wohl hinlänglich bekannt. Er hilft nicht nur dabei, ein gesundes Gewicht zu halten, sondern auch grundsätzlich bei der Prävention einer bunten Auswahl metabolischer, kardiovaskulärer und onkologischer Erkrankungen. Auch bei bereits Erkrankten korrelieren sportliche Aktivität und die Outcomes häufig. Eine Studie aus den USA befasste sich nun mit dem Zusammenhang zwischen dem Überleben von Brustkrebspatientinnen und ihrem Aktivitätslevel. Surprise, Surprise: Wer sich bewegt, gewinnt.
Untersucht wurden postmenopausale Brustkrebsüberlebende (57–86 Jahre zu Studienbeginn), deren Erstdiagnose mindestens zwei Jahre zurücklag. Zu Beginn der Studie wurden die Patientinnen zu ihrem typischen wöchentlichen Bewegungslevel befragt und dementsprechend in drei Gruppen eingeteilt: unzureichende, moderate und hohe Aktivität. Als Endpunkt wurde der Tod durch jegliche Ursache gesetzt, welcher anhand von Krankenkassendaten und staatlichen Registern erfasst werden konnte.
Der mittlere Follow-Up-Zeitrahmen betrug 7,8 Jahre. Bis zum Studienende im April dieses Jahres verstarben insgesamt 45 der 315 Probandinnen (14,3 %), 5 davon an Brustkrebs. Bei denjenigen Probandinnen, deren Bewegungslevel als unzureichend eingestuft wurde, belief sich die Mortalität auf 32,9 Todesfälle pro 1.000 Personenjahre. Für die Gruppen der aktiven bzw. moderat aktiven Probandinnen ergab sich hingegen eine Mortalität von 12,9, bzw. 13,4 Todesfällen pro 1.000 Personenjahren.
Für die beiden sportlichen Gruppen ergab der Vergleich mit der inaktiven Gruppe – nach Adjustierung der Daten um Alter, Tumorstadium, Therapie und Komorbiditäten – demensprechend ein geringeres Risiko, innerhalb des Beobachtungszeitraumes zu sterben (Aktiv: HR = 0,42 [95 % CI, 0,21 – 0,85]; moderat aktiv: HR = 0,40 [95 % CI, 0,17 – 0,95]). „Die Ergebnisse dieser Kohortenstudie deuten darauf hin, dass selbst mäßige körperliche Aktivität bei Überlebenden von Brustkrebs mit einem um 60 % geringeren Sterberisiko verbunden war“, schlussfolgern die Autoren. Dies decke sich auch mit früheren Ergebnissen.
Natürlich birgt die Studie einige Schwächen: So wurden keine Informationen zur Ernährung der Patientinnen eingeholt, die Einschätzung der Aktivitätslevel beruht nur auf einer Selbstauskunft anstelle einer gerätegestützten Messung und die Ergebnisse sind nur bedingt auf ein anderes, jüngeres Patientenkollektiv übertragbar. Dazu kommt die übliche Korrelations-Kausalitäts-Frage. Bewegen sich vielleicht auch einfach Probanden, denen es grundsätzlich schlechter geht, weniger als gesündere? Zwar wurde durch die statistische Anpassung um Komorbiditäten und Tumorcharakteristika versucht, diesen Effekt auszugleichen – komplett ausschließen lässt er sich aber nicht.
Da auf der anderen Seite sportliche Betätigung schon in verschiedenen Studien Benefits für Krebspatienten gezeigt hat, erscheinen die Studienergebnisse trotzdem plausibel. Also: Auch betagteren Brustkrebspatientinnen kann künftig ans Herz gelegt werden, sich für ein längeres und gesünderes Leben in Bewegung zu setzen.
Bildquelle: Josh Gordon, unsplash.