Metallstents haben bei Läsionen der femoropoplitealen Arterie ihre Vorteile, aber durch Restenosen können sie das Outcome auch verschlechtern. Eine aktuelle Analyse zeigt nun: Medikamentenbeschichte Ballons schneiden besser ab.
Neue Forschungsergebnisse, die im Journal of the American College of Cardiology veröffentlicht wurden, zeigen, dass die Verwendung von medikamentenbeschichteten Ballons im Vergleich zu Stents aus blankem Metall bei der Behandlung femoropoplitealer Läsionen optimal ist.
„Stents bieten zwar eine sofortige Gerüstbildung und einen ausgezeichneten periprozeduralen Lumengewinn bei Läsionen der femoropoplitealen Arterie, aber eine Restenose im Stent kann die Ergebnisse verschlechtern und die nachfolgende Behandlung erschweren“, erklärt Hauptautor Mehdi Shishehbor, Präsident des University Hospitals Harrington Heart & Vascular Institute. „Die endovaskuläre Behandlung der femoropoplitealen Arterienerkrankung hat sich auf medikamentenbeschichtete Ballons verlagert, aber es gab nicht viele Daten zur Sicherheit und Wirksamkeit dieses Ansatzes im Vergleich zu Stents aus blankem Metall.“
Die primäre Analyse vier prospektiver, multizentrischer Studien umfasste 771 Patienten, von denen 288 mit medikamentenbeschichteten Ballons (Drug Coated Balloon, DCB) und 483 mit Stents aus blankem Metall (BMS) behandelt wurden. Die IPTW-bereinigten Kaplan-Meier-Schätzungen für die primäre 12-Monats-Durchgängigkeit lagen bei 90 Prozent für DCB und 80 Prozent für BMS. Bei der klinisch bedingten Revaskularisierung von Zielläsionen schnitten DCB mit 85 Prozent besser ab als BMS mit 73 Prozent. Die kumulative Inzidenz von schwerwiegenden unerwünschten Ereignissen (MAE) nach 36 Monaten lag bei DCB bei 25 Prozent, bei BMS bei 38 Prozent. Es wurden keine statistisch signifikanten Unterschiede bei der Gesamtmortalität, der Amputation der Zielgliedmaßen oder der Thrombose nach 36 Monaten festgestellt.
Mit einer signifikant höheren 12-Monats-Durchgängigkeit und Freiheit von klinisch bedingten Reinterventionen und MAE nach 36 Monaten sowie keinen statistisch signifikanten Unterschieden bei der 36-Monats-Gesamtmortalität, Amputation oder Thrombose unterstützen diese Ergebnisse die Verwendung von DCB gegenüber BMS bei femoropoplitealen Läsionen, die für beide Behandlungen geeignet sind.
„Diese Studie zeigt deutlich, welcher Ansatz bei unseren Patienten am erfolgreichsten ist, und das ist es, was wir herausfinden wollten“, sagt Dr. Shishehbor.
Dieser Artikel beruht auf einer Pressemitteilung des University Hospitals Cleveland Medical Center. Die Originalpublikation haben wir euch hier und im Text verlinkt.
Bildquelle: Adi Goldstein, unsplash.