Bei urologischen OPs werden vermehrt Single-Port-Roboter eingesetzt, die weniger Narben als Multi-Port-Systeme hinterlassen. Ein Forscherteam hat nun Patientendaten ausgewertet, um herauszufinden, ob die Vorteile mehr als nur ästhetischer Natur sind.
Zur Behandlung von urologischen Krebserkrankungen wie Nieren-, Blasen- und Prostatakrebs, setzen Chirurgen immer häufiger auf die Unterstützung eines Roboters. Beliebt sind sogenannte Multiport-Systeme (MP), bei denen drei bis fünf Schnitte benötigt werden, um chirurgische Eingriffe wie eine Prostataentfernung durchführen zu können. Bei neueren Single-Port-Robotersystemen (SP) verläuft die Operation hingegen nur über einen einzigen Zugang. Viele Befürworter dieser Technik betonen die verbesserte Ästhetik und verminderte Narbenbildung, die aufgrund des einzelnen Schnittes zurückbleibt.
Erste Studien deuteten bereits darauf hin, dass SP-Systeme im Vergleich zu Eingriffen mit MP-Robotern ähnliche chirurgische Ergebnisse erzielen. Ein Forscherteam wollte nun wissen, wie Patienten die unterschiedlichen Techniken wahrnehmen. Dazu verglichen die Wissenschaftler Patientenbewertungen zur Narbenbildung nach einer urologischen Krebsoperation mit einem MP-Roboter mit Daten nach einer Single-Port-OP. 104 Probanden wurden mit der SP-Technik operiert, während bei 78 Personen der Eingriff durch ein MP-Roboter-System erfolgte.
Die Patienten der SP-Gruppe bewerteten das Erscheinungsbild der Narbe signifikant besser als die der MP-Gruppe. Insgesamt zeigten die mit der SP-Technik behandelten Patienten eine höhere Zufriedenheit in Bezug auf das Aussehen der Narbe. Dies schien eine Auswirkung auf die Symptome zu haben: In der SP-Gruppe berichteten die Patienten über eine geringere Belastung durch postoperative Symptome, als die Patienten der MP-Gruppe. Zudem verbrachten die SP-Patienten im Schnitt weniger Tage im Krankenhaus als die Probanden, die mit dem Multi-Port-Roboter operiert wurden.
Die verschiedenen robotergestützen Techniken scheinen also einen kosmetischen und psychometrischen Unterschied zu machen. „Diese Studie zeigt, dass die Patienten die SP-Chirurgie im Vergleich zur MP-Chirurgie positiver aufnehmen“, schlussfolgetn Studienautor Dr. Matthew Di Pino. Der Forcher und sein Team möchten nun herausfinden, ob die höhere Patientenzufriedenheit nach der robotergestützten SP-Operation auch mit anderen wichtigen Faktoren wie postoperativen Schmerzen und dem Einsatz von Betäubungsmitteln zusammenhängen.
Dieser Text basiert auf einer Pressemitteilung der Wolters Kluwer Health. Die Originalpublikation findet ihr hier.
Bildquelle: Evie S., unsplash.