Extreme Hitze ist ein immer größer werdendes Gesundheitsrisiko. Diabetiker sind dabei noch stärker gefährdet – denn ihre Körper dehydrieren besonders schnell. Das zeigen aktuelle Studien.
Der Klimawandel – und mit ihm die steigenden Temperaturen – hat direkte Auswirkungen auf den Gesundheitszustand von Menschen. Insbesondere Diabetiker haben ein höheres Risiko für einen Krankenhausaufenthalt an besonders heißen Tagen, da der Körper schneller dehydriert und Schwierigkeiten hat, die Konzentration der Blutbestandteile auszugleichen.
Japanische Forscher haben in einer Studie, die in der Fachzeitschrift Environment International erschien, nun den Zusammenhang zwischen extremen Hitzeereignissen und der Wahrscheinlichkeit von Notkrankenhauseinweisungen im Zusammenhang mit Hypo- und Hyperglykämie untersucht.
„Es ist wichtig, dass die physiologischen Auswirkungen extremer Hitze auf Personen mit Stoffwechselstörungen wie Diabetes gut verstanden werden“, erklärt Erstautor Keitaro Miyamura von der Tokyo Medical and Dental University (TMDU). „Dies kann erreicht werden, indem die Ergebnisse in Bezug auf extreme Hitzeereignisse untersucht und ein ausgeklügeltes Modell verwendet wird, das die Tatsache berücksichtigt, dass Hitzeereignisse tödliche Auswirkungen haben können.“
Die Forscher analysierten Daten zu hypo- und hyperglykämiebedingten Notaufnahmen in Krankenhäusern von 2012 bis 2019 und verglichen diese mit den Umgebungstemperaturdaten von Wetterstationen. Das relative Risiko wurde für 2 Stufen von Hitzeereignissen (Standard und Extrem) bestimmt. „Die relativen Risiken für Standard- und extreme Hitzeeinwirkung bei einer Notaufnahme ins Krankenhaus wegen Hypoglykämie wurden mit 1,33 bzw. 1,65 ermittelt. Ähnliche Risiken wurden für Hyperglykämie festgestellt. In den meisten Regionen gilt: Je höher die Temperatur, desto höher das relative Risiko“, sagt Hauptautor Takeo Fujiwara.
Das Modell, das eine Zeitverzögerung von bis zu 3 Tagen berücksichtigte, zeigte, dass die Auswirkungen des Klimawandels auf die Gesundheit nicht immer offensichtlich sind. Diese Ergebnisse werden dazu beitragen, politischen Entscheidungsträgern Informationen über subtile oder latente Gesundheitseffekte zu liefern, die möglicherweise in der Umwelt- oder Gesundheitspolitik berücksichtigt werden müssen. Dies ist besonders wichtig, da die Auswirkungen des Klimawandels in absehbarer Zeit noch zunehmen werden.
Dieser Text basiert auf einer Pressemitteilung der Tokyo Medical and Dental University. Die Originalpublikation findet ihr hier sowie im Text verlinkt.
Bildquelle: Nathan Dumlao, unsplash