Das primäre Offenwinkelglaukom ist die führende Ursache für eine irreversible Erblindung. Häufig geht es mit Diabetes oder Bluthochdruck einher und ist nicht heilbar. Doch bei einer frühen Erkennung gibt es Hoffnung.
Je früher im Leben Menschen an Typ-2-Diabetes oder Bluthochdruck erkranken, desto eher entwickeln sie ein primäres Offenwinkelglaukom (PCOG), die weltweit führende Ursache für irreversible Erblindung. Das berichten Forscher der UT Southwestern in einer aktuellen Studie. Die in der Fachzeitschrift Clinical Ophthalmology veröffentlichten Ergebnisse könnten zu besseren Screening-Protokollen für das PCOG führen, das für bis zu 90 % aller Glaukomfälle verantwortlich ist.
„Derzeit verfügen wir nicht über die Mittel, um das Glaukom zu heilen, aber wenn wir es früh genug erkennen, können wir die Sehkraft der Patienten erhalten. Die frühzeitige Erkennung des Glaukoms ist der Schlüssel zu einer besseren Kontrolle des Augeninnendrucks und zur Vermeidung von Erblindung“, sagt Studienleiter Karanjit Kooner, außerordentlicher Professor für Augenheilkunde an der UTSW.
Weltweit leiden mehrere zehn Millionen Menschen an PCOG. Da diese Krankheit im Frühstadium nur wenige Symptome aufweist, so Dr. Kooner, werden die Patienten häufig erst in späteren Stadien diagnostiziert, wenn die Sehkraft bereits dauerhaft geschädigt ist. Obwohl Forscher mehrere Risikofaktoren für PCOG identifiziert haben – darunter Typ-2-Diabetes, Bluthochdruck, Migräne und obstruktive Schlafapnoe – ist noch nicht genau bekannt, wie diese Faktoren den Ausbruch des PCOG beeinflussen könnten.
Um diese Frage zu beantworten, sammelten Kooner und seine Kollegen Daten aus den Krankenakten von 389 PCOG-Patienten, die alle zwischen Juni 2019 und Dezember 2019 von ihm an der UTSW-Augenklinik behandelt wurden. Mithilfe statistischer Modellierung fanden die Forscher keinen Zusammenhang zwischen Migräne und/oder obstruktiver Schlafapnoe und dem Alter beim Auftreten von PCOG. Die Forscher stellten jedoch fest, dass das Alter der Diagnose von Typ-2-Diabetes und/oder Bluthochdruck signifikant mit dem Auftreten von POWG zusammenhing – je früher die Patienten eine oder beide dieser Erkrankungen hatten, desto eher entwickelten sie ein PCOG.
Kooner wies darauf hin, dass sowohl Typ-2-Diabetes als auch Bluthochdruck Krankheiten sind, die die Blutgefäße des Sehnervs und der Netzhaut beeinträchtigen und somit möglicherweise Veränderungen verursachen, die die Patienten für PCOG prädisponieren Wenn sich diese Zusammenhänge in der zukünftigen Forschung bestätigen, könnten Typ-2-Diabetes und Bluthochdruck zu der Liste der Faktoren für ein POWG-Screening hinzugefügt werden und zu einer früheren Diagnose von PCOG führen, wodurch die Sehkraft und die Lebensqualität der Patienten erhalten bleiben.
Dieser Artikel basiert auf einer Pressemitteilung des UT Southwestern Medical Center. Die Originalpublikation findet ihr hier und im Text.
Bildquelle: Viktor Talashuk, unsplash