Dieser Frage widmet sich ein Forschungsprojekt. Mit Feldstudien und Experimenten sollen Pandemiedynamiken und Möglichkeiten zur Unterbrechung von Infektionsketten aufgedeckt werden.
Epidemien und Pandemien, die häufig durch zoonotische und vektorübertragene Erreger verursacht werden, bedrohen in alarmierendem Tempo unsere Gesundheit und unser Wohlergehen. Die Vermeidung künftiger Krankheitsausbrüche ist daher von entscheidender Bedeutung. „Biodiversität ist gut für unsere Gesundheit“ ist zu einem oft genutzten Paradigma in der Prävention von Pandemien geworden. Folglich wurde die Renaturierung zur Wiederherstellung der biologischen Vielfalt – isoliert oder in Kombination mit Maßnahmen im Bereich der öffentlichen Gesundheit – als ein wichtiges Instrument zur Minderung von Krankheitsrisiken identifiziert.
Ein neues Projekt namens BEPREP zielt darauf ab, künftige Pandemien zu verhindern. Wie das erreicht werden soll? Durch die Identifizierung erfolgreicher Praktiken für die Wiederherstellung der biologischen Vielfalt und durch Interventionen des öffentlichen Gesundheitswesens, die auf die Minderung des Krankheitsrisikos abzielen.
Das Friedrich-Loeffler-Institut (FLI) ist im Projekt durch zwei seiner Fachinstitute, dem Institut für neue und neuartige Tierseuchenerreger (INNT) und dem Institut für internationale Tiergesundheit/One Health (IITG), vertreten. Vom INNT wird Prof. Rainer G. Ulrich beim Nachweis von Nagetier-assoziierten Krankheitserregern sein Expertenwissen einbringen, während Dr. Sascha Knauf das Projekt im Bereich von Krankheitsreservoirsystemen an der Schnittstelle von Wildtier, Nutztier und Mensch unterstützt.
„Es gibt zwar weltweit Tausende von laufenden und geplanten Projekten zur Renaturierung, aber es ist ungewiss, ob diese Maßnahmen tatsächlich das Krankheitsrisiko verringern. Bisher gibt es nur wenige dokumentierte Erfolgsfaktoren für die Renaturierung, die solch eine Verringerung direkt belegen“, sagt Prof. Frauke Ecke, Projekt-Koordinatorin von der Universität Helsinki.
Das BEPREP-Projekt soll diese Wissenslücke schließen und praktische Anleitungen liefern. In räumlich und zeitlich replizierten Feldstudien und Experimenten in Europa und den Tropen will das Projekt die kausalen Mechanismen der Infektionsdynamik und Möglichkeiten zur Unterbrechung von Infektionswegen aufdecken. „Im Rahmen des Projekts werden wir einen partizipatorischen Ansatz anwenden, indem wir indigene und lokale Bevölkerungsgruppen aktiv einbeziehen, und damit die Erfolgsfaktoren der besten Renaturierungsmethoden und Interventionen identifizieren können“, betont Ecke.
Naturbasierte Lösungen, einschließlich der Wiederansiedlung von Ökosystem-Ingenieuren wie Bibern und kleinen Prädatoren wie Eulen und Greifvögeln sind ein Hauptmerkmal des Projekts, das als Richtschnur für künftige Maßnahmen zur Wiederherstellung der biologischen Vielfalt dienen wird, die gesunde Ökosysteme fördern und das Ausbrechen von Krankheiten verhindern sollen.
Das Projekt wird von der Universität Helsinki koordiniert, umfasst 14 Partner aus Finnland, Schweden, Frankreich, den Niederlanden, dem Vereinigten Königreich, Belgien, Deutschland, Italien, Kolumbien, Brasilien und Tansania und hat eine Laufzeit von 4,5 Jahren.
Dieser Beitrag basiert auf einer Pressemitteilung des Friedrich-Löffler-Instituts.
Bildquelle: shahin khalaji, Unsplash