Die Kombi aus Nivolumab und Relatlimab wird bereits bei Patienten mit vorbehandeltem Melanom eingesetzt. Bislang war aber unklar, wie erfolgreich die Therapie bei unbehandeltem metastasierendem Melanom ist. Eine klinische Studie liefert nun neue Daten.
Die Kombinationstherapie aus Nivolumab und Relatlimab wird bei Patienten mit vorbehandeltem Melanom erfolgreich eingesetzt. Nivolumab ist ein PD-1-blockierender Antikörper und Relatlimab ein LAG-3-blockierender Antikörper; zusammen sollen sie die T-Zellen vor Erschöpfung schützen, indem sie die entsprechenden inhibitorischen Immunkontrollpunkte hemmen. Doch über die Wirksamkeit der Kombinationstherapie bei unbehandelten Melanomen ist noch nicht viel bekannt. Das New England Journal of Medicine veröffentlichte nun Ergebnisse einer klinischen Phase-II/III-Studie bei Patienten mit unbehandelten Melanomen.
Die Forscher legten ihre Studie als doppelblinde und randomisierte Studie an. Als Kontrolle zur Kombinationstherapie diente die alleinige Gabe von Nivolumab. Die Präparate wurden den Patienten mit unbehandeltem metastasiertem oder inoperablem Melanom alle vier Wochen intravenös verabreicht. Als primärer Endpunkt wurde das progressionsfreie Überleben gesetzt.
Die Kombi-Therapie schloss dabei besser ab: Das durchschnittliche progressionsfreie Überleben unter Relatlimab-Nivolumab betrug etwa 10,1 Monate (95% KI: 6,4 bis 15,7); hingegen bei der Gabe von Nivolumab lediglich bis zu 4,6 Monate (95% KI: 3,4 bis 5,6). Das ermittelte Hazard Ratio für Progression oder Tod lag hier bei 0,75 (95% KI: 0,62 bis 0,92). Das progressionsfreie Überleben nach 12 Monaten betrug in der Kombinations-Gruppe 47,7 %, in der Kontrollgruppe lediglich 36,0 %. Ein Nachteil der Relatlimab-Nivolumab-Therapie war das Auftreten von Nebenwirkungen der Schweregrade 3 und 4: So waren 18,9 % der Patienten davon betroffen, in der Nivolumab-Gruppe nur 9,7 %.
Die Ergebnisse zeigen, dass die Hemmung von zwei Immun-Checkpoints bei Patienten mit unbehandelten metastasiertem oder inoperablem Melanom einen größeren Erfolg erzielen als die alleinige Hemmung von PD-1 – zumindest in Hinblick auf das progressionsfreie Überleben.
„Die duale Checkpoint-Inhibition von Relatlimab und Nivolumab hatte ein doppelt so langes medianes progressionsfreies Überleben und ein um 25 % geringeres Risiko für Krankheitsprogression oder Tod als Nivolumab allein“, schreiben die Autoren. Zwar ging das längere progressionsfreie Überleben auch mit einer höheren Inzidenz unerwünschter Ereignisse einher, doch auch mit einer ähnlichen gesundheitsbezogenen Lebensqualität wie bei Nivolumab allein.
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