Beim Parkinson-Syndrom sind bisher nur die Symptome, nicht aber die Ursache behandelbar. Lübecker Forscher fanden jetzt im Rahmen einer Studie einen möglichen neuen Ansatzpunkt für die Therapie.
Defekte in den Mitochondrien spielen eine wichtige Rolle in der Parkinson-Entstehung. Seltene Veränderungen im Gen PINK1 verursachen die Krankheit bereits in jungen Jahren und führen ebenfalls zu Einschränkungen der Energieproduktion und der Beseitigung nicht mehr funktionstüchtiger Mitochondrien.
Frühere Studien wiesen auf einen veränderten Fettstoffwechsel hin; wie diese Fette bei Parkinson jedoch eine Rolle spielen, blieb unbekannt. Forscher der Universität zu Lübeck haben nun herausgefunden, dass Ceramid, eine bestimmte Art von Fett, die in den Mitochondrien vermehrt vorkommt, mit der Energieproduktion und der Beseitigung von nicht funktionierenden Energiefabriken zusammenhängt.
Ceramid reichert sich in den Mitochondrien an, deren Energieproduktion sinkt, während zugleich der Bedarf an der Beseitigung dieser nicht mehr funktionierenden Mitochondrien ansteigt: Ein Teufelskreis entsteht.Das Ergebnis basiert auf der Zusammenarbeit des Instituts für Neurogenetik mit dem Institut für Medizinische Biometrie und Statistik. In der Fachzeitschrift Proceedings of the National Academy of Sciences of the United States of America (PNAS) wurde es heute veröffentlicht.
Einen möglichen Therapieansatz sehen die Wissenschaftler in der Senkung des Ceramidspiegels oder in der Steigerung der Energieproduktion. Dies könne den Teufelskreis durchbrechen.
Dieser Artikel basiert auf einer Pressemitteilung der Universität zu Lübeck. Die Originalpublikation haben wir euch hier und im Text verlinkt.
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