In den USA verstarben in der ersten Dezemberwoche 11.800 Menschen an den Folgen einer Corona-Infektion. Damit löst COVID-19 erstmals Herzerkrankungen als häufigste Todesursache ab.
COVID-19 hat in den USA jetzt Herzerkrankungen als Haupttodesursache überholt, so steht es im neuesten Bericht des Institute for Health Metrics and Evaluation (IHME).
In der vergangenen Woche wurden mehr als 11.800 COVID-19-Todesfälle gemeldet; damit überholt Corona in den USA alle anderen häufigen Todesursachen (Herzkrankheiten: 10.700, Lungen- und Luftröhrenkrebs: 4.000, chronisch obstruktive Lungenerkrankungen: 3.700, Schlaganfälle: 3.600). Die tägliche COVID-Todesrate liege inzwischen in 34 Staaten bei mehr als 4 pro einer Million Einwohner.
Laut Daten der Johns Hopkins Universität starben in den USA bis Sonntagmorgen insgesamt mehr als 281.000 Menschen an COVID-19. Diese Zahl könnte bis April mehr als 500.000 erreichen, so die Prognosen des IHME-Modells. Mitte Januar werde voraussichtlich mit rund 3.000 Todesfällen pro Tag der traurige Höhepunkt erreicht werden.
Bis zum 1. April 2021 könnten durch die geplante Impfstoffeinführung 9.000 Menschenleben gerettet werden, heißt es im Bericht. Wenn die Einführung beschleunigt werde, erhöhe sich diese Zahl um weitere 11.000. Bis dahin wird es in fast allen Bundesstaaten zu einem überwältigenden Anstieg der COVID-19-Krankenhausaufenthalte kommen. Im IHME-Bericht heißt es, dass es zwischen Dezember und Februar zu „hohem oder extremem Stress“ bei der Verteilung der Krankenhausbetten und intensivmedizinischen Kapazitäten kommen werde.
„Ich denke, dass man manchmal, wenn man solche Statistiken hört, das Gefühl dafür verliert, wofür diese Zahlen stehen“ so Dr. Shirlee Xie, stellvertretende Direktorin für Krankenhausmedizin bei Hennepin Healthcare in Minneapolis, gegenüber CNN. „Aber für uns, die Menschen, die sich um diese Patienten kümmern, ist jede einzelne Zahl jemand, den wir anschauen und dem wir sagen müssen: Es tut mir leid, ich kann nichts mehr für Sie tun.“
Bildquelle: United Nations COVID-19 Response, unsplash