Bärte deutlich unhygienischer als Hundepelz
Die Luzerner Ärzte nahmen Bartproben und Mundabstriche von 18 Männern und Nacken- und Maulabstriche von 30 Hunden und ließen sie bakteriologisch untersuchen. Die Männer waren im Schnitt 36, die Hunde 3,8 Jahre alt, was einem ähnlichen Alter entspricht. Nach dem jeweiligen MRT-Scan wurden die Scanner ebenfalls bakteriologisch untersucht.
Die drei Hauptergebnisse der Untersuchung lauten:
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Bärtige Männer tragen signifikant mehr Mikroben als Hunde
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Hunde können im selben MRT gescannt werden wie Menschen
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Hygienemängel, in diesem Fall bei der Reinigung des MRT, sind ein relevantes Risiko für Patienten
Tatsächlich wurde ein MRT Scanner besser gereinigt, nachdem ein Hund dort untersucht wurde. Ob, wie von der Ärztezeitung vorgeschlagen, das Scannen von Hunden zur Verbesserung der Hygiene beiträgt, wurde bisher aber noch nicht bestätigt.
Quellen & Weitere Informationen
Geschichte des bärtigen Arztes in medizinischen Studien
Die Frage, ob Ärzte Bart tragen dürfen oder nicht, ist immer wieder im Fokus medizinischer Studien. Hier ein Überblick über entsprechende.
1967
Die Autoren testeten die Hypothese, dass ein bärtiger Mann, der in einem mikrobiologischen Labor arbeitet, sein Umfeld einem Infektionsrisiko aussetzt, wenn sein Bart von infektiösen Mikroorganismen kontaminiert ist. Die Studie ergab, dass Bärte (4 TN) Mikroorganismen und Toxine trotz Waschen mit Wasser und Seife zurückbehielten.
Microbiological Laboratory Hazard of Bearded Men, Appl Microbiol. 1967 Jul; 15(4): 899–906.
1978
Dieser Artikel untersuchte, ob Träger von Keimen die Luft in OP-Sälen kontaminieren und somit Wundinfektionen auslösen können. Unter den 3.039 Studienteilnehmern trugen 15,5 % Staphylokokkus Aureus in den Barthaaren. Waren kontaminierte Probanden anwesend, war auch die Luft kontaminiert.
Results of routine tests for the detection of dispersers of Staphylococcus aureus (Abstract). Arch Chir Neerl. 1978;30(3):141-50.
2000
Die Studie untersuchte die Wirksamkeit von chirurgischen Masken zur Verhinderung bakterieller Kontamination. Bärtige Probanden gaben selbst mit Masken, im Vergleich zu nicht-bärtigen Probanden, deutlich mehr Bakterien ab.
The effect of facial hair and sex on the dispersal of bacteria below a masked subject. Anaesthesia. 2000 Feb;55(2):173-6
2014
Die Studie untersuchte über 400 männliche Klinikmitarbeiter – mit und ohne Bart. Die Ergebnisse der Studie legen nahe, dass Bartträger nicht potenziell mehr Bakterien als ihre frisch rasierten Kollegen beherbergen. In einigen Fällen waren sauber rasierte Personen sogar signifikant häufiger mit potenziellen nosokomialen Pathogenen besiedelt.
Bacterial ecology of hospital workers’ facial hair: a cross-sectional study
2016
Die Autoren der Studie verglichen‚ ob bärtige Probanden ein und glatt rasierte Probanden hinter chirurgischen Schutzmasken, unterschiedliche Mengen von Bakterien abgaben. Im Vergleich zu
nichtbärtigen Chirurgen, die Masken trugen, schien es bei den bärtigen Chirurgen keine erhöhte Wahrscheinlichkeit für das Abgeben bakterielle Erreger zu geben.
Beard or Not to Beard? Bacterial Shedding Among Surgeons. Orthopedics. 2016 Mar-Apr;39(2):e290-4. doi: 10.3928/01477447-20160301-01. Epub 2016 Mar 4.