Sophia Thomalla hat sich nach fünf Jahren von Rammstein-Sänger Till Lindemann getrennt. Doch was geschieht jetzt mit dem Gesicht ihres Ex-Freundes, das sie sich auf ihren Unterarm hat tätowieren lassen?
Eine Tätowierung ist ein Bild, dessen Farbe durch eine oder mehrere Nadeln – je nach gewünschtem Effekt – in die zweite Hautschicht gestochen wird und stellt eine permanente Körpermodifikation als Ausdrucksmöglichkeit für Exklusivität, Selbstdarstellung, Geltungssucht und Abgrenzung dar. Dient aber auch als Mittel zur Verstärkung sexueller Reize, Schmuck, Protest und nicht zuletzt der politischen Stellungnahme dar. Hatten Tätowierungen ursprünglich das Stigma des Matrosen oder Sträflings (Knasttätowierungen), erfreuen sie sich spätestens seit den 90er Jahren zunehmender Beliebtheit in der Allgemeinbevölkerung, sodass man von einem regelrechten Trend sprechen kann. Inzwischen werden sie auch in breiten Bevölkerungsschichten akzeptiert, wozu auch Prominente beigetragen haben, die ihre Tattoos offen zeigen.
Nun ist solcher Körperschmuck ebenso Modeströmungen unterworfen wie Kleidung oder Frisuren (Vokuhila lässt grüßen): Die noch vor 20 Jahren hochaktuellen, in der Sakralregion platzierten Tribals – sogenannte Arschgeweihe (im Englischen Tramp Stamp, wörtlich Schlampenstempel) – werden kaum noch nachgefragt und gelten inzwischen eher als peinlich. So manche Besitzerin wäre ihre Tätowierung daher gerne wieder los. Gleichzeitig hat die gesellschaftliche Akzeptanz dazu geführt, dass der Reiz der Exklusivität und Abgrenzung verloren gegangen ist. Wenn jeder Spießer tätowiert ist, ist man damit nichts Besonderes mehr.
Nun liegt es in der Natur der Sache, dass Tattoos als dauerhafte Körpermodifikation gedacht sind. Das haben sie mit Brandings (Brandzeichen) und Scarrings (Schmucknarben) gemeinsam. Zusätzlich sind auch sie normalen Alterungsprozessen unterworfen, die dazu führen können, dass das Motiv nicht mehr so brillant wie anfangs erscheint. Was macht man also mit einer unliebsam gewordenen Tätowierung?
Die Entfernung ist aufwendig, teils schmerzhaft, kostspielig und kosmetisch nicht immer zufriedenstellend. Mit gütegeschalteten Nd:YAG- und Rubinlasern lassen sich bestimmte Tätowierfarben entfernen, was bei schwarzen Bildern meist besser gelingt als bei mehrfarbigen, wobei je nach Farbe zwei bis zehn Sitzungen erforderlich sind. Als Alternative werden neuerdings auch flüssige Tattoo-Entferner angeboten, welche aus Lösungen bestehen, die in der Regel 40-prozentige Milchsäure enthalten, und – ähnlich wie beim Tätowieren – unter die Haut gestochen werden. Diese Methode ist jedoch aufgrund möglicher Risiken und Nebenwirkungen nicht unumstritten.
Einfacher und preiswerter kann es daher sein, ein ungeliebtes Motiv durch einen begabten Tätowierkünstler so ändern zu lassen, dass es ein neues, als besser empfundenes Bild entsteht.
Grundsätzlich sollte man es sich aber im Vorfeld sehr gründlich überlegen, ob man sich wirklich tätowieren lassen möchte. Und anonsten eben zeitlose Motive wählen. Abraten sollte man dagegen vom Namen und Bild des Lebensgefährten, da man nie wissen kann, ob es nicht nur ein Lebensabschnittsgefährte ist.