Viele Kinder haben vor und nach ihrer Einschulung Sprach-, Sprech- und Stimmprobleme. Logopädische Therapieverfahren sind dann erforderlich. 2012 waren deshalb 25 Prozent der Jungen im Alter von sechs Jahren in einer logopädischen Behandlung, fünf Jahre zuvor waren es nur 20 Prozent. 17 Prozent der Mädchen in diesem Alter erhielten 2012 ebenfalls Sprachtherapie -
Wie aus dem Heilmittelbericht des Wissenschaftlichen Instituts der Ortskrankenkassen (WIdO) hervorgeht. 67,7 Prozent aller sprachtherapeutischen Leistungen werden bei Kindern und Jugendlichen bis 15 Jahren verordnet – mit der häufigsten Indikation (53%) "Sprachstörungen vor Abschluss der Sprachentwicklung".
"Was gucksu, Du Opfer?" – "Hier kommsu nit rain!" - "Mamma bäh ei!" (streichle mal das Schaf) - "Chantalle, komm' bei die Oma!" –"Kevin, gehste gets mit mich nach’m ALDI?"; "Zu Aldi?" fragt Kevin zurück, wie er es in der Schule gelernt hat; "Wie, ham die gets schon Feierabend?" - "datt daarf datt, datt dat dat daarf, Haupposam, Schakalfööss, Schabaukalfööss" (rheinisches Platt für: Ich habe ihm das erlaubt, Hauptpostamt, ich habe kalte Füße, ich habe auch kalte Füße). "Ey cool ey; keine Ahnung; null Checkung; hiv-hab' ich vergessen; hab' ich nicht auf dem Schirm" usw. usf. Wie sollen Kinder, die das aufschnappen, richtig Sprechen, Lesen und Schreiben lernen. Denn die Werbeindustrie unterstützt die babylonische Sprachverwirrung auch noch: "Da werden Sie geholfen" (11 88 0 – Deutsche Telekom); "D a s König der Biere" (Königs-Brauerei); "Cremig , sahnig, kauf ich" (EmZett); "Hauptsache gesund"(MDR-Fernsehen), "Die Gesundheitskasse" (AOK)“; "Geht nicht gibt's nicht" (TV-Spielfilm, ohne Komma); "Was nicht passt, wird passend gemacht" (Spielfilm, D, mit Komma); "Deutschlands meiste Kreditkarte" (Eurocard); "Private Vorsorge: Je früher, desto clever" (Deutsche Bank); "Lieferpreis bis in Wohnung" (Hellweg-Baumarkt); "EinsLive – Für Mich und Du" (WDR-Radiosender EinsLive).
Dann braucht eigentlich jede/r in Deutschland logopädische Unterstützung und Therapie, wenn er/sie mit der Deutschen Sprache mithalten wollen.