| "Guter" Saft gegen "böse" Chemie? Die offenbar verbreitete Gewohnheit, ausgerechnet Medikamente mit reichlich Grapefruitsaft statt mit überall verfügbarem Wasser einzunehmen, bleibt unerklärlich rätselhaft. Patienten, die das Wort "Grapefruit" oft nur mit Hilfe eines Telefonjokers buchstabieren könnten oder den Begriff "Pampelmuse" nicht mehr kennen, wollen vermutlich gegen die "bitteren Pillen" etwas besonders Gesundes, Ausgefallenes tun. Vielleicht erklärt die Inbrunst, mit der zahllose Flugzeugpassagiere blutroten Tomatensaft mit Pfeffer und Salz als "kultische" Verrichtung auf Reiseflughöhe konsumieren, dieses Phänomen. Mit magischem Tun und Übersprunghandlungen, die im normalen Alltag geradezu abwegig erscheinen, wird der ungewohnt ängstigenden Ausnahmesituation, der Flugphobie oder dem potentiell nebenwirkungsträchtigen Tablettenschluck begegnet. |