Märchen von Mäusen und menschlichen Wesen
Die Darstellung der Autoren Dixon et al. mit dem Titel: “Regulation hemmender Effekte von Koffein auf die muskuläre Eileiter-Aktivität über cAMP" im British Journal of Pharmacology (BJP)
DOI: 10.1111/j.1476-5381.2011.01266.x
schießt bei den Schlussfolgerungen weit über das Ziel hinaus. Die Autoren warnen Schwangere vor zu viel Kaffeetrinken, sehen Fertilitätsstörungen koffeinbedingt und glauben an die eminente Bedeutung ihrer Ergebnisse in Bezug auf andere Frauenkrankheiten.
Tatsache ist aber, dass die Forscher der Uni von Nevada (USA) nur isolierte Eileiter-Muskelpräparate von weiblichen Mäusen mit extrem hohen Koffeinkonzentrationen in vitro untersucht haben. Sinnigerweise ist das Untersuchungsobjekt "Maus" weder in der Überschrift, im Abstract oder bei den Keywords erwähnt. Dass Fertilität und Reproduktionsraten in Kaffee produzierenden und verbrauchenden Ländern gar nicht konsumabhängig verändert sind, wollen die Autoren nicht sehen. Es sei denn, sie vermuten in Industrieländern, wo durch soziale, psychologische, demografische, politische und kontrazeptive Bedingungen das erste Kind (wenn überhaupt) immer später geboren wird, die Wartezeit darauf mit zu viel Kaffee trinken verbracht wird.
Kinder oder Kaffee? – Kids or Coffee?