Gleich heute morgen endlich mal wieder ein Fax vom Verband. Das dritte mittlerweile zu den AOK-Rabattverträgen und deren Umsetzung. Diesmal schon 5 Seiten lang - wird ja immer besser - und mit einem eindringlichen Appell die Rabattvertragsregelungen der AOK doch bitteschön wohlwollend zu begleiten und"positiv zu kommunizieren".
Ja wie denn?? Wie soll ich ein solches für den Patienten verwirrendes und z.T. gefährliches Durcheinander auch noch positiv an den Mann/die Frau bringen?
Da bräuchte ich aber jetzt bitte eine genaue Formulierungsanweisung!
Die AOK selbst war ja offensichtlich nicht imstande, die Segnungen ihrer Rabattverträge gegenüber ihren Versicherten überhaupt zu kommunizieren.
So, und dann soll die Abgabe der Medikamente auch noch "kontinuierlich erfolgen"..
Schau mal`einer an, da hat doch noch jemand gemerkt, dass es bei dem ganzen Auswahlwirrwarr eventuell zu Complianceproblemen insbesondere bei den Älteren kommen könnte..
Meine Mitarbeiter haben übrigens meinen Versuch, das Anliegen der AOK bei ihnen positiv zu kommunizieren mit der Gegenfrage, ob sie jetzt auch noch auf der Gehaltsliste der AOK stünden quittiert...
Und jetzt noch einmal für alle Krankenkassenfunktionäre zum mitschreiben:
Das Gesetz heisst GKV (das seid ihr) Wettbewerbs-Stärkungs-Gesetz, das heisst, wenn der Patient eure Rabattideen nicht gut findet, kann er die Kasse wechseln!
Klingt komisch, ist aber so. - Ich werde das ganze "wohlwollend begleiten".
...damit ich nicht missverstanden werde: Wir äussern uns natürlich niemals aktiv abwertend über eine Krankenkasse, aber einem Patienten, der sich verständlicherweise über die zur Zeit herrschenden Zustände beschwert, werden wir bestimmt nicht einreden, er leide lediglich unter einer Wahrnehmungsstörung.