Eigentlich wollte ich hier etwas Nettes über meine verständnisvollen Patienten schreiben, doch die meistgehörten Kommentare stimmen mich nachdenklich.
Viel zu oft heißt es da "..wir können ja nichts ändern".
Auch die KV in meinem Kammerbezirk Westfalen-Lippe trägt nichts zur Entschärfung der Situation bei, indem sie ihren Ärzten empfiehlt weiterzumachen wie bisher, denn die Vorfahrtsregel bei aut idem wird`s schon richten.
Und unsere Altvorderen reden sich und uns das herrschende Chaos mit "..endlich Gelegenheit pharmazeutische Kompetenz zu zeigen.." schön.
Wenn der Patient aufgibt, der Mediziner die Therapiefreiheit den Krankenkassen überlässt und der Apotheker das alles zu genüge vermittelt hat, dann braucht man in nicht allzuferner Zukunft keine Rezepte mehr, die Kasse verordnet nach belieben bzw. Kassenlage.
- Statt Apotheken reichen Ausgabeautomaten oder Direktversand der Krankenkasse, der Patient ist ja längst an Wartezeiten in der Versorgung gewöhnt.
- Und statt des Arztbesuches reicht es vielleicht irgendwann den kleinen Finger in ein Diagnosegerät zu stecken..
Sägen wir also weiter fleißig an dem Ast, auf dem wir alle sitzen, oder bestehen die Heilberufler endlich alle gemeinsam auf der Umsetzung des Zielpreismodells des DAPI?
(PZ-online)
Vielleicht heißt es in Zukunft ja dann "Heilberufler sparen zum Wohle aller Millionen ein" und nicht immer wieder
"Der Vorstandsvositzende der AOK Pusemuckel hat durch seinen hervorragenden Rabattvertrag über 3 1/2 Wirkstoffe mit der NullnixPharma aus Absurdistan die qualitativ angemessene Versorgung seiner Beitragszahler im abgelaufenen Jahr für 2 1/2 Tage gesichert und so 85 Cent eingespart."