Kaum habe ich nach meinem letzten Blogbeitrag die Returntaste gedrückt, da hat es Karl Lauterbach doch tatsächlich schon wieder in die Schlagzeilen geschafft. Diesmal hat er seine Homebase verlassen und widmet sich mit der liebevollen Übersicht, die wir von ihm gewöhnt sind, der Rentenversicherung. Das überraschende Fazit seiner "Studie": "Geringverdienende finanzieren aufgrund ihrer geringeren Lebenserwartung die Rente von Besserverdienenden, die im Durchschnitt länger leben."
Pfui - das ist wirklich äußerst perfide von den Besserverdienenden. Vor allem gutgekleidete Jogger, Edelmüsliesser und Olivenölkenner bereichern sich offensichtlich schamlos auf Kosten anderer. Jeder der sich durch Wellness-Aktivitäten hervortut - in Wirklichkeit ein Renten-Schnorrer. Gut, dass Lauterbach diese Verschwörung aufgedeckt hat.
Aber moment mal: Was ist eigentlich mit den Rauchern, die Ihre Lebenserwartung mutwillig verkürzen? Sie wären nach Lauterbachs Theorie eigentlich doppelt angeschmiert: Als Tabaksteuerzahler und Besserverdienerrenten-Subventionierer. Aber das ist noch nicht alles: Leben Frauen nicht länger als Männer - und Sportler länger als Couch-Potatoes?
Karl Lauterbach hat also noch reichlich Gelegenheit, weitere Gerechtigkeitslücken aufzuspüren - wir können ihm nur wünschen, dass bei seiner Höhlenforschung nicht einmal der Tunnel hinter ihm einbricht.