arztwelt von Sanofi

Profile Image
63 Wertungen (4.92 ø)
7.020 Aufrufe
Neue Inhalte aus diesem Infokanal erhalten

Typ-2-Diabetes: Prandiale oder kontinuierlich wirkende GLP-1-RA?

Die Substanzklasse der Glucagon-like Peptide-1-Rezeptoragonisten (GLP-1-RA) gehört zu den jüngeren Therapieoptionen eines Diabetes-Typ-2. Wann Sie einen kontinuierlich und wann besser einen prandial wirkenden GLP-1-RA am effektivsten einsetzen, möchte ich heute mit Ihnen besprechen.

Nach der Diagnosestellung eines Diabetes mellitus stellen Sie den Blutzuckerspiegel Ihres Patienten möglichst normnah ein, um Akut- und Folgekomplikationen zu vermeiden. Setzen Sie dabei auch die Substanzklasse der Glucagon-like Peptide-1-Rezeptoragonisten (GLP-1-RA) als Zweit- oder Drittlinien-Therapieoption ein? Bei der Wahl des passenden Wirkstoffes, ist ein Blick auf die klinische Wirkung der Substanz unerlässlich. Denn alle GLP-1-RA eint zwar derselbe Wirkansatz, sie weisen jedoch verschiedene strukturelle und pharmakokinetische Eigenschaften auf, die zu klinisch relevanten Unterschieden führen.

 

Wann verordnen Sie Ihren Patienten mit Typ-2-Diabetes GLP-1-Rezeptoragonisten? (Mehrfachauswahl möglich)

 

Wie wirken Glucagon-like Peptide-1-Rezeptoragonisten (GLP-1-RA)?

Werfen wir zunächst einen Blick auf das physiologische Stoffwechselgeschehen: Die Inkretine Glucagon-like peptide-1 (GLP-1) und Glukose-dependent insulinotropic polypeptide (GIP) sind natürlich vorkommende Darmhormone im menschlichen Körper, die bei kohlenhydrat- und fettreichen Mahlzeiten verstärkt ausgeschüttet werden. Inkretine senken den ppBZ über zwei Wege gleichermaßen effektiv: durch die Anregung der Insulinsekretion sowie die stark verzögerte Magenentleerung, die gleichzeitig Sättigung signalisiert.

Allerdings wird GLP-1 im Körper innerhalb von Minuten abgebaut. Um den GLP-1- Effekt therapeutisch zu nutzen, wurden Änderungen an der Aminosäurestruktur vorgenommen. Diese haben zum Ziel, dass der GLP-1-Rezeptoragonist (GLP-1-RA) langsamer abgebaut wird als das natürliche GLP-1 und so bis zu ca. 12 Stunden wirken kann. Als Eiweißhormon müssen GLP-1-RA in das Unterhautfettgewebe gespritzt werden.

Therapeutisch ist dieser Wirkansatz deshalb von Bedeutung, da Typ-2-Diabetiker häufig unter einem GLP-1-Mangel und einer fehlenden GIP-Wirkung leiden.

 

Zwei zugelassene Wirkstoffe: Exenatid und Liraglutid

Im Jahr 2007 wurde mit Exenatid das erste Medikament der neuen Klasse der GLP-1-RA zugelassen. Heute ist neben Exenatid (auch in retardierter Form) auch der GLP-1-RA-Wirkstoff Liraglutid auf dem Markt. GLP-1-RA wirken stark glukoseabhängig und führen deshalb in Monotherapie und in Kombination mit Metformin nur sehr selten zu Hypoglykämien. Unter GLP-1-RA kommt es in der Regel zu einer (gewünschten!) Gewichtsabnahme, allerdings kann es in der Einstellungsphase dosisabhängig zu Übelkeit und Erbrechen kommen.

Zu beachten ist, dass die beiden Wirkstoffe sich hauptsächlich in ihrer Halbwertszeit unterscheiden, die zu klinisch relevanten Unterschieden führt. Nur soviel vorab: Exenatid ist ein kürzer wirkender Wirkstoff (prandial), seine Halbwertszeit beträgt etwa 2,4 Stunden. Liraglutid ist ein kontinuierlich wirkender GLP-1-RA mit einer Halbwertszeit von etwa 13 Stunden.

 

Wie unterscheiden sich prandiale und kontinuierlich wirkende GLP-1-RA?

Die Unterschiede liegen nicht nur bei der Anzahl der täglichen Injektionen und der Verträglichkeit. Vielmehr unterscheiden sich die GLP-1-RA bereits in ihren Wirkungen auf Nüchternblutzucker, postprandialen Blutzucker sowie Magenentleerung. Prandiale GLP-1-RA verzögern über ihre kürzere Pharmakokinetik insbesondere die Magenentleerung und vermindern speziell die postprandialen Blutzuckerexkursionen. Kontinuierlich wirkende GLP-1-RA hingegen wirken hauptsächlich auf den Nüchternblutzucker. Weitere Unterschiede finden sich in der nachfolgenden Tabelle.
 

 

      GLP-1 Rezep

toragonisten       

 

Prandial

Kontinuierlich

Nüchternblutzucker

+

+++

Postprandialer Blutzucker

+++

+

Magenentleerung

+++

+

Glukagon-Suppression

+++

++

Insulin-Sekretion

+++

++

HbA1c (%)

0,8 – 1,1

1,1 – 1,5


Wie können die beiden verschieden wirkenden GLP-1-RA therapeutisch differenziert eingesetzt werden?

Welchen GLP-1-RA Sie am besten verordnen, hängt vom HbA1c-Wert Ihres Patienten ab: Wie Sie wissen, trägt bei gut eingestelltem Typ-2-Diabetes der postprandiale Blutzucker wesentlich zum HbA1C bei, während die Bedeutung der erhöhten Nüchtern-Glykämie bei schlechterer Einstellung zunimmt.

Bei gut eingestellten Typ-2-Diabetikern empfiehlt sich also die Gabe eines kurzwirksamen GLP-1-RA (z. Bsp. Exenatid 2 x täglich), der vor allem den Blutzuckerspiegel nach den Mahlzeiten senkt. Bei schlecht eingestellten HbA1C-Werten sind die langwirksamen GLP-1-RA (Liraglutid 1x täglich, Exenatid 1x wöchentlich), die primär auf die Reduktion des Nüchternblutzuckers abzielen, die besser Wahl.

 

Welche Erfahrungen haben Sie und Ihre Patienten mit GLP-1-RA gemacht? (Mehrfachauswahl möglich)

 

Worin liegt die Ursache dieser unterschiedlichen Effekte von Stoffen derselben Substanzklasse?

Entscheidend ist die Halbwertszeit des Wirkstoffes, also wie lange es nach der Applikation zum Agonismus am Rezeptor kommt. Denn die Senkung der postprandialen Glukosespiegel (ppBZ) wird nicht nur über die Steigerung der Insulinproduktion erreicht, sondern es spielen auch die Beeinflussung der Magenentleerung und der Glukoseeinstrom in den Dünndarm eine Rolle. Weitere wichtige Faktoren sind die Steigerung des Sättigungsgefühls sowie die Hemmung der Glukagonausschüttung und damit der Glukoneogenese in der Leber.

 

Mit diesem Hintergrundwissen zum Einsatz von GLP-1-RA hoffe ich, Ihnen als Hausarzt einen Wissensvorsprung geboten zu haben. Weiteres Wissen zu Praxismanagement und Medizin finden Sie auf www.arztwelt.de, der Wissensinitiative von Sanofi für Hausärzte.

Ich freue mich auf Ihre Rückmeldungen unter roland.krauth@sanofi.com oder über das Kommentarfeld.

Mit besten Grüßen 

Ihr Roland A. Krauth
Sanofi-Aventis Deutschland GmbH

PS: Da ist mir noch etwas aufgefallen. Im ersten Halbjahr 2013 wird die Substanzklasse der GLP-1-RA um den Wirkstoff Lixisenatid erweitert werden. Dieser prandiale GLP-1-RA kann, im Gegensatz zu anderen durchgängig wirkenden GLP-1-RA, eine sehr starke Senkung der postprandialen Glukosewerte erreichen. Dies geschieht durch die besonders effektive Hemmung der Magenentleerung und die damit relativ (bezogen auf die noch im Dünndarm ankommende Glukose) hohe Steigerung der Insulinspiegel nach der Mahlzeit. Lixisenatid wird nur einmal täglich vor dem Frühstück injiziert und bewirkt eine postprandiale BZ-Senkung auch nach dem Mittag- und Abendessen. 

 

Rabattvertrag TOUJEO

Alle gesetzlichen Krankenkassen in Deutschland haben Mehrwertverträge mit Sanofi geschlossen, in denen Sanofi die Kostenneutralität vonInsulin glargin garantiert. (aktualisiert 01.06.2016)


Sanofi-Produktdatenbank

Umfassende medizinische Informationen zu unseren Präparaten finden Sie in unserem Gesundheitsportal unter produkte.sanofi.de

Adresse:
Sanofi-Aventis Deutschland GmbH
Potsdamer Straße 8
10785 Berlin
Deutschland
Telefon:
0180 / 2 222010
Fax:
0180 / 2 222011
eMail-Adresse:

Ansprechpartner:

Contact Image

Dr. Roland Arnold Krauth

Projektleiter

Profilansicht

Contact Image

Für medizinische Information

0180 / 2 222010

Sanofi-Aventis Deutschland GmbH
http://www.sanofi.de

Herausgeber
Sanofi-Aventis Deutschland GmbH
Industriepark Hoechst, K703
Brüningstr. 50
65926 Frankfurt am Main

Geschäftsführer 
Dr. Martin Siewert, Vorsitzender;
Dr. Matthias Braun, Clemens Kaiser,
Prof. Dr. Jochen Maas, Dr. Klaus Menken, Martina Ochel
Dr. Emmanuel Siregar, Mario Miguel Stigler

Vorsitzender des Aufsichtsrats
Peter Guenter

Verantwortlich
Miriam Henn
Leitung Kommunikation Deutschland

Ansprechpartner innerhalb der deutschsprachigen Länderorganisationen
Deutschland: Miriam Henn - Leitung der Kommunikation Deutschland
Österreich: Ines Windisch - Leitung der Kommunikation Österreich
Schweiz: Jacques-Henri Weidmann - Leitung der Kommunikation Schweiz

Kontakt
Kontaktdaten & Kontaktformular
Email: medinfo.de@sanofi.com

Zuständige Aufsichtsbehörde 
Regierungspräsidium Darmstadt

Handelsregister-Nr.
Frankfurt am Main, Abt. B Nr. 40661

Umsatzsteuer ID
DE 812134551

  • Notiz
  • Bilder
  • Artikel
  • Videos
  • Fragen
  • Dokumente
  • Jobs
  • Fortbildungen

Wie werden Hypoglykämien durch die ADA definiert? (Einfachauswahl)

Bitte wählen Sie eine Antwort aus.
451 DocCheck Nutzer folgen arztwelt von Sanofi
1 Mitarbeiter von arztwelt von Sanofi hat ein Profil
Dr. Roland Arnold Krauth

Warum ist es wichtig das Hypoglykämierisiko bei geriatrischen Patienten zu reduzieren? (Mehrfachauswahl)

Bitte wählen Sie eine Antwort aus.

Welche ist KEINE kardiologische Folgeerscheinung, die durch schwere Hypoglykämien verursacht werden kann? (Einfachauswahl)

Bitte wählen Sie eine Antwort aus.

Welche der folgenden Möglichkeiten reduziert das Hypoglykämierisiko? (Einfachauswahl)

Bitte wählen Sie eine Antwort aus.

Wodurch werden neuroglykopenische Symptome ausgelöst? (Einfachauswahl)

Bitte wählen Sie eine Antwort aus.

Hausärzte und Internisten haben Vorurteile gegenüber adipösen Patienten und versorgen sie nicht leitliniengerecht. Sehen Sie das auch so? (Mehrfachauswahl)

Bitte wählen Sie eine Antwort aus.

Entspricht der Beitrag Ihren Vorstellungen oder was vermissen Sie? (Mehrfachauswahl)

Bitte wählen Sie eine Antwort aus.
Ab 1. Oktober 2016 wird er kommen, der im E-Health-Gesetz beschlossene Medikationsplan. Das bedeutet für Sie als Hausarzt, dass Sie jedem Patienten, der mehr als drei Medikamente einnimmt, auf Wunsch einen Medikationsplan erstellen müssen. Hier ... [mehr]
7 Generika pro Quartal, morbiditäts- und evidenzbasiert für unsere GKV-Patienten verordnet, heißt je nach Marktlage bis zu 28 verschiedene Verpackungen, Logos, Tabletten-Formen und -Farben, Herstellernamen, Reimporte in einem einzigen Behandlungsjahr. Die Apotheken müssen Wirkstoff- Billig-Präparat heraussuchen, um fiktive Einsparpotenziale zu erreichen. Zugleich muss dann der Medikationsplan bis zu 28-mal im Jahr umgeschrieben werden! Auf der beratungs- und versorgungs-fernen pharmazeutischen Suche nach Medikamenten-Höchstrabatten ist dies ein "Medikations-Destabilisations-Management" (MDM) mit erhöhten Arzneimittelrisiken durch Verringerung von Compliance und Adhärenz bei unseren Patientinnen und Patienten. Wie gut,dass die "Experten" von Kassenärztlicher Bundesvereinigung (KBV), Bundesärztekammer (BÄK) und Deutschem Apothekerverband (DAV) darüber mit Patienten und Ärzten gar nicht erst gesprochen haben???
#1 am 29.05.2016 von Dr. med. Thomas Georg Schätzler (Arzt)
  0

Die Ausstellung eines Medikationsplans erfolgt auf Verlangen Ihres Patienten. Werden Sie Ihren Patienten zu einem Medikationsplan raten? (Mehrfachauswahl)

Bitte wählen Sie eine Antwort aus.

Welche Informationen benötigen Sie, um selbst praktische Erfahrungen mit Insulin glargin U300 zu sammeln? (Mehrfachauswahl)

Bitte wählen Sie eine Antwort aus.