Der Typ-2-Diabetes ist eine chronisch progrediente Erkrankung, die durch vererbte und erworbene Insulinresistenz und durch Insulinsekretionsstörung charakterisiert ist. Eine adäquate Diagnostik und Therapie des Diabetes helfen, langfristig die Morbidität und Mortalität durch makro- und mikrovaskulären Folgeerkrankungen und der mit dem Typ-2-Diabetes häufig assoziierten Risikofaktoren (metabolisches Syndrom, arterielle Hypertonie, Dyslipidämie, Rauchen, Neuropathie) zu reduzieren. Eine mangelnde Therapieadhärenz, z.B. in der regelmäßigen Blutzuckermessung oder Einnahme von Medikamenten, kann den Therapieerfolg jedoch erheblich verschlechtern. Gemäß einer Querschnittuntersuchung bei Patienten mit Typ-2-Diabetes in 9 europäischen Ländern erreichen 37,4% der Diabetespatienten ihren Ziel-HbA1c <7,0% nicht. Eine Ursache für das Nichterreichen von Therapiezielen liegt in der „clinical inertia“ bzw. der „klinischen oder therapeutischen Trägheit“. Als „clinical inertia“ wird das Unterlassen bzw. die Verzögerung einer Behandlungsintensivierung bei Patienten, die evidenzbasierte bzw. in Leitlinien definierte Behandlungsziele nicht erreichen, sowie das therapeutische Versagen, individuell festgelegte, an die jeweiligen Lebensbedingungen und den Gesundheitszustand der Patienten angepasste Therapieziele in einem angemessenen Zeitraum zu erreichen, bezeichnet. Für das Nichterreichen des Therapieziels spielt neben Arzt und Patient auch das Praxismanagement eine erhebliche Rolle. Ein wesentlicher Schritt auf dem Weg zu einer verbesserten Therapie ist daher eine strukturierte, gesamtheitliche Vorgehensweise, die Behandler, Patient und Praxisorganisation mit einschließt. Personalisiertes Diabetesmanagement senkt den HbA1c und verbessert die Therapieergebnisse: Erste Resultate des PDM-ProValue Studienprogramms Integriertes Personalisiertes Diabetesmanagement (iPDM) kann den HbA1c-Wert deutlich senken und die Blutzuckereinstellung verbessern. Das zeigen die ersten Ergebnisse des PDM-Pro-Value Studienprogramms, die hier unter der Leitung von Prof. Monika Kellerer vorgestellt werden. Der Effekt – eine HbA1c-Reduktion um 0,5 % – ist vergleichbar mit medikamentösen Therapien und belegt klar die therapeutische Wirksamkeit des PDM-Konzepts. Das PZM-ProValue Studien-programm wurde als prospektive RCT (Randomised Controlled Trial) aufgesetzt und über 12 Monate mit über 900 Patienten in Diabeteszentren und Allgemeinarztpraxen in ganz Deutschland durchgeführt. Die Fortbildung informiert in drei Teilen über die Ursachen für eine mangelnde Therapieadhärenz in der Diabetestherapie, zeigt auf, wie durch ein Integriertes Personalisiertes Diabetes Management Therapieziele verbessert werden und welche Rolle die Digitalisierung in der Diabetespraxis jetzt und in Zukunft spielen wird. 1. Clinical Inertia – Warum die Therapie im Alltag oft nicht klappt (Dipl.-Med. I. Dänschel, Lunzenau & Prof. B. Kulzer, Bad Mergentheim) 2. Integriertes Personalisiertes Diabetes Management wirkt! Das iPDM ProValue Studienprogramm (Dr. J. Weißmann, Mannheim) 3. Digitale Behandlungsstandards kommen! Wie Sie sich schon heute für die Diabetesversorgung von morgen rüsten (Dr. R. Ziegler, Münster)Das Seminar gibt eine Übersicht über die erforderlichen Maßnahmen und fälligen Aktionen in der ärztlichen Praxis.

Kosten: kostenfrei

CME-Punkte: 2 Bislang nur beantragt

Termin(e):

10.08.2018 - 10.08.2019

Fachgebiete:

Module: 1, Klasse I

Referent(en):

Prof. Dr. Monika Kellerer

Tags: Adhärenz, Blutzuckermessung, Compliance, Diabetesmanagement, Digitalisierung, Insulinresistenz, metabolisches Syndrom, PDM-ProValue Studienprogramm, therapeutische Trägheit, clinical intertia