Schwindelsyndrome sind häufig, für die Patienten belastend und zudem mit einer erhöhten Mortalität assoziiert. Sie treten häufiger bei älteren Menschen auf, können sich aber in jedem Lebensalter manifestieren. Die richtige diagnostische Einordnung ist weniger aufwendig als vielfach angenommen. Sie basiert auf der Anamnese und der klinischen Untersuchung mit vier Tests, die ohne großen apparativen Aufwand innerhalb etwa einer viertel Stunde in der Praxis durchgeführt werden können (Kopfimpulstest, Nystagmus-Test, Lagerungsmanöver, Romberg-Stehversuch). Zu differenzieren sind insbesondere der benigne periphere paroxysmale Lageschwindel (BPPV), der Morbus Menière, die vestibuläre Migräne sowie der funktionelle Schwindel, der nach der neuen Klassifikation auch den somatoformen und den psychogenen Schwindel mit umfasst. Neben diesen häufigen Schwindelformen ist auch an einen zentral bedingten Schwindel durch Infarkte im Bereich von Hirnstamm oder Kleinhirn zu denken, der eine Notfallsituation darstellt und die sofortige Klinikeinweisung des Patienten erfordert. Erfolgt die Behandlung der Schwindelsyndrome zielgerichtet entsprechend der diagnostischen Zuordnung, so ist bei der Mehrzahl der Patienten ein guter Therapieerfolg zu erwirken.

Kosten: kostenlos

CME-Punkte: 2

Termin(e):

01.08.2018 - 31.10.2018

Fachgebiete:

Module: 1, Klasse I

Referent(en):

Prof. Dr. med. Dr. h.c. Michael Strupp

Tags: Schwindelsyndrome, benigne periphere paroxysmale Lageschwindel (BPPV), Kopfimpulstest, Nystagmus-Test, Lagerungsmanöver, Romberg-Stehversuch