Endoprotheik von Gelenken - minimal-invasiv od. minimal-taumatisierend?
Die Fragestellung könnte leicht um viele relevante Aspekte erweitert werden: was nützen kleine 'schöne' Hautschnitte, wenn Muskeln ... [mehr] 'maximal' traumatisiert werden? Was ist mit traumatisierten, nicht entdeckten Gefäßläsionen? Was ist mit nicht optimal implantierten Pfannen u. Schäften? Sind biomechanische Verhältnisse mindestens in analoger Weise zu gewährleisten? Können Beinlängenadaptationen mindestens ebenso gut (nicht schlechter!) vorgenommen werden? Sanierung Osteophyten ebenso sicher u. min.-traumat.? u.a.m.
Die Mutmaßung geringerer postoperativer Schmerzen muß eher skeptisch gesehen werden, oft isr das Gegenteil der Fall. Für kürzeren Klinikaufenthalt(OP-Kl. u. Reha-Kl.)gilt Analoges, ebenso wie für eine etwaige schnellere Rehabilitation od. frühere Arbeitsfähigkeit. Zu den Kosten: noch nicht genügend Daten: direkte Kosten abschätzbar, die gesmten Kosten/Folgekosten wären noch zu kalkulieren (ohne Daten derzeit nur spekulativ beurteilbar).
In Diskriminierung kosmetischer Aspekte wird von Prof. W. Siebert v.a. auf Vorteile wie geringeren Blutverlust u. Gewebsschonung hingewiesen.
Neben der Art der OP-Methode/-Taktik bleibt v.a. Erfahrung u. Fertigkeit des Operateurs wesentlich für Erfolg der OP. Hierzu besteht unter Experten Konsens. Neue technische Entwicklungen sind in Diskussion, wie etwa von Dr. R. Zeher, Naples, USA, angegeben (Instrumentarien, Implantate, OP-Tische) - weitere Optimierungen also noch erforderlich.
Für suffiziente Langzeitergebnisse: Stimmigkeit Indikation-Patienten angepaßte Methode/Technik/Implantate-direkte paßgerechte Rehabilitation-angepaßte ergänzende ambulante Weiterbehandlung/-betreuung-zeitgerechte fachorthopädische Kontrollen-bedarfsgerechte interdisziplin. Kooperationen. Auf die Einhaltung konsequenter post-op. Therapie u. Rehabilitation weisen auch Prof. W. Siebert, Kassel, und Dr. M.Lee, Taiwan, hin.
Dennoch: ausreichende Langzeitergebnisse stehen noch aus - erst eine hinreichende valide Datenlage wird zukünftig nähere Bewertungen ermöglichen. Bis dahin muß wissenschaftliche Objektivität gewahrt bleiben, individuelle 'Gusto'-Bewertungen sind fehl am Platz.
Dr. Walther J. Kirschner
FA Orthopädie et al.